87. Reisetag – Freitag, 03.04.2026 (Karfreitag) Bocas del Toro/Isla Colón/Panama
Isla Colón ist eine zu Panama gehörende Insel. Der Ort Bocas del Toro ist touristisch geprägt und gilt als Zentrum für Backpacking, Surfen und Tauchen.
Deshalb war es naheliegend eine Schnorcheltour ins Auge zu fassen. Allerdings tenderten wir erst mal ohne Ausrüstung an Land, um die Lage zu checken und das war auch gut so. 150 US-Dollar für eine private Tour waren uns dann doch zu viel und somit beschränkten wir uns auf einen kleinen Stadtbummel (ohne dazu die Schnorchelausrüstung mit herumtragen zu müssen).
Wir bummelten noch nicht lange, als uns die Töne einer Blaskapelle entgegenschallten.
Die Kapelle führte eine Karfreitagsprozession an mit einem recht realistischen Jesus, der sein Kreuz zu tragen hatte.
Die Prozession endete in einem Park.
Es war schon äußerst gruselig, dort den am Kreuz hängenden Jesus zu sehen.
So lenkten wir lieber unsere Schritte Richtung Flughafen. Denn bevor wir auf die Prozession gestoßen waren, war ein Flugzeug im Landeanflug nur gefühlte 2 Meter über unseren Köpfe hinweg gedonnert. Somit konnte der Flugplatz nicht sehr weit sein und so war es dann auch. Hier hofften wir weitere spektakuläre Landungen beobachten zu können.
Aber zunächst war spektakulär, dass die Landebahn weder durch Zäune, Mauern oder Ähnlichen getrennt, direkt an ein Fußballfeld angrenzte.
So hätten wir ohne weiteres unseren Stadtbummel auf der Start- und Landebahn fortsetzen können.
Leider hatte mittlerweile der Wind gedreht, weshalb die Flieger nun am anderen Ende der Landebahn aufsetzten und es somit keine Landeanflüge mehr über unsere Köpfe gab.
Von dem kleinen Flugplatz zum Strand war es nicht weit und wir fanden eine schöne Bar am Wasser.
Auf dem Rückweg zum Tenderpier passierten wir eine Methodistenkirche, in der gerade der Karfreitagsgottesdienst gefeiert wurde. Das Portal stand offen, sodass wir ein wenig zuschauen konnte.
Bemerkenswert fand ich, wie die Computertechnik Einzug in die Liturgie gehalten hat. Wenn die Gemeinde ein Lied anstimmte, kam die Orgelbegleitung von einem PC aus Lautsprecherboxen, während der Liedtext auf den beiden großen Monitoren eingeblendet wurde, wie man es vom Karaoke her kennt.
Gesteuerte wurden Bilder, Text und Töne über einem Laptop, den eine Dame rechts vom Altar bediente.
Zur Kaffeestunde waren wir wieder zurück auf der ARTANIA.
Um 20:00 Uhr wurde der Anker gelichtet und wir nahmen Kurs auf Puerto Limón in Costa Rica, wo wir 2 Tage verbleiben wollten.
88. Reisetag – Samstag, 04.04.2026 Puerto Limón/Costa Rica
Doris hatte im Internet recherchiert, um herauszufinden, was man in Puerto Limón unternehmen könnte. Wir könnten z. B. mit dem Bus in den Nationalpark Cahuita fahren, um dort im Regenwald einen Spaziergang zu unternehmen. Allerdings gab das Internet zu bedenken, dass an Samstagen der Busfahrplan ausgedünnt ist und da Osterwochenende ist, die Busse überfüllt sein könnten. Zu allem Überfluss war auch noch stellenweise Regen angesagt.
Gegen halb zehn traten wir unseren Landgang an und gleich am Anleger wurden wir von einem örtlichen Tourenanbieter angesprochen.
Im Angesicht des ausgedünnten Busfahrplans mit den überfüllten Bussen interessierten wir uns für einen Transport zum Cahuita Nationalpark. Der reine Transport würde für uns beide zusammen 100 US-Dollar hin und zurück kosten. Das war uns doch etwas zu heftig.
Alternativ bot er eine Bootsfahrt auf den Tortuguero-Kanälen an für 40 € pro Person. Das würde uns auch gefallen und wir begannen zu verhandeln. Leider ohne Erfolg. Er zeigte uns eine große Preistafel mit seinen Fix-Preisen. Er könnte uns höchstens etwas entgegenkommen, wenn wir weitere Mitfahrer rekrutieren.
Da wir heute über Nacht in Puerto Limon liegen würden, könnten wir, ohne Gefahr zu laufen, dass Schiff zu verpassen, versuchen, uns zum Cahuita Nationalpark durchzuschlagen.
Die Bootsfahrt könnten wir dann morgen machen.
Mit einem Pärchen, das unsere Verhandlungen verfolgt hatte, bildeten wir für die Bootstour spontan eine 4er-Gruppe, wodurch Preis auf 35 US-Dollar pro Person sank. Mit dem Paar würden wir uns morgen um viertel vor zehn vor der Rezeption treffen.
Nun machten wir uns auf zum Busterminal. Auch außerhalb des Hafengeländes wurden wir von Taxifahrern angesprochen, aber der Preis von 100 $ war immer der gleiche. Vielleicht sollte hier mal das deutsche Kartellamt einschreiten. 😊
Anderseits beträgt die Entfernung zum Nationalpark 45 Kilometer und in Deutschland müsste man für diese Strecke (hin und zurück) zwischen 180 € und 240 € berappen.
Am Busterminal lösten sich alle vorherigen Bedenken in Luft auf. Die Busse fuhren im 1-Stunden-Takt.
Wir erstanden jeder ein Ticket (einfache Fahrt) für 1.470 CRC (Costa-Rica-Colón), das sind umgerechnet 2,75 €.
Schon beim Ticketkauf fiel uns auf, dass die Leute eine disziplinierte Warteschlange vor dem Ticketschalter bildeten.
Und auch als der Bus kurz vor elf Uhr kam, bildete sich eine Warteschlange vor dem Einstieg. Bei Phoenix-Bussen ist dieses Procedere völlig unbekannt und verpönt. Hier ist das ungeordnete Knäuel das bevorzugte Konzept beim Einsteigen, wobei einige Partisanen von der Seite kommend, in den vorderen Teil des Knäuels reinzustoßen.
Jedenfalls bekamen alle einen Sitzplatz im Bus und nach einer guten Stunden stiegen wir am Terminal Cahuita aus.
Der Ort Cahuita mit seinem kilometerlangen Strand ist ein beliebter Ferienort bei den Einheimischen.
Dass es sich hier um einen Hotspot handelt, konnte man auch an den Toiletten-Tarifen erkennen.
Hat der Obolus in Puerto Limón im Busterminal noch 200 CRC (0,37€) betragen, wie auf dem Foto zu sehen ist, hatte sich hier in der Touristenmetropole an der Busstation der Preis auf 400 CRC verdoppelt.
Der Eintritt in den Nationalpark war frei, aber es wurde eine Spende von 5 $ erbeten, worüber auch eine Quittung ausgestellt wurde.
Der Nationalpark reicht bis zu den Strandabschnitten und so kann man durch den Regenwald wandern, den Strand immer in Sichtweite und nach Belieben dorthin abbiegen.
Auch das ein oder andere Getier kam uns währen der kleinen Wanderung vor die Kameralinse.
Die giftige Eylash Viper ist nicht sehr groß ...
... und wir hätten sie auch gar nicht gesehen, wenn nicht eine kleine Gruppe mit einem Guide davorgestanden hätte und wir erst so darauf aufmerksam wurden.
Ein Weißschulterkapuziner (wissenschaftlich: Cebus capucinus).
Und last but not laest: das in Mittelamerika weit verbreitete Faultier.
Mit dem Waschbären können wir nicht dienen, der war zu schnell wieder weg, ehe wir das Handy gezückt hatten.
Die Rückfahrt gestaltete sich genauso problemlos wir die Hinfahrt und geregnet hatte es auch nicht.
Auf dem Schild ist zu lesen: Wapin Man Welcome to.
Mit "Welcome to" ist gemeint: Willkommen in (Puerto Limón), das ist relativ klar.
Aber was hat es mit Wappin Man auf sich?
Der Ausdruck "Wappin Man" ist eine Floskel aus dem Limon-Kreol und ist eine lockere, freundliche Begrüßung und bedeutet so viel wie "Was geht ab, Mann?" oder "Wie läuft's, Kumpel?". (im hessischen würde man sagen: "Ei Gude wie!").
Der Begriff "Wappin Man" leitet sich vom englischen "What's happening, man?" ab.
Da die ARTANIA über Nacht in Puerto Limón lag, hatte die Reiseleitung für den Abend (21:15 Uhr) eine örtliche Folkloregruppe engagiert, die in der Phoenix-Bar auftrat. Als wir um 20:15 Uhr vom Abendessen kamen, waren bereits alle Sitzpätze besetzt, aber den ein oder anderen Stehplatz mit halbwegs guter Sicht auf das zu erwartende Geschehen hätte man noch in Beschlag nehmen können.
In Harry’s Bar hingegen hatte man freie Platzwahl.


























