Dezember 2023 - Der frühe Vogel ....
Bereits im Oktober 2023 bekundeten wir bei Phoenix unser Interesse für die große Winterreise 2025/2026 mit der ARTANIA, ohne bereits irgendwelche Details zu wissen. Phoenix bot uns eine "blinde Optionsbuchung an", dass heißt, sobald die Reise buchbar sein sollte, sollten wir eine Buchung erhalten, die wir aber kostenfrei wieder stornieren könnten.
Außerdem wurde uns schon "verraten", dass die große Fahrt nicht im Dezember 2025 losgehen würde, sondern erst im Januar 2026 und dass die Route um Südamerika herum führen würde.
Im Dezember 2023 war es dann soweit, wir bekamen eine Buchungsbestätigung für die Winterreise 2026 einschließlich unserer Wunsch- und Stammkabine 4243 auf dem Saturndeck.
Von der Stornierungsmöglichkeit machten wir keinen Gebrauch.
September 2024 - Der neue Blog
Im September 2024 geht der Blog für die Amerikareise 2026 online. Natürlich enthält er noch nicht viel mehr als die Reiserroute, aber zumindest ist der Anfang gemacht.
September 2025 - USA ESTA
Anfang September 2025 bekamen wir von Phoenix ein Schreiben per E-Mail zugeschickt.
Wie in fast allen Schreiben bedankte sich Phoenix zunächst für unser Vertrauen, das wir ihnen mit unserer Buchung entgegengebracht hätten.
Nachdem wir den Dank entgegengenommen hatten, wurden wir im nächsten Absatz des Schreibens darüber informiert, dass die Gebühr für die ESTA-Einreisegenehmigung in die USA erhöht wird und sich ab den 30.9.2025 von 21,00$ auf 40,00$ fast verdoppelt.
Dicker Pluspunkt an Phoenix fürs informieren!
Diese ESTA (Electronic System for Travel Authorization) gilt für zwei Jahre.
Deshalb machte es Sinn, dieses Dokument flugs zu beschaffen, denn am 19.4.2026 werden wir versuchen in Fort Lauderdale amerikanischen Boden zu betreten.
Die Beantragung und Bezahlung der ESTA-Einreisegenehmigung auf der Internetseite des „US Department of Homeland Security“ war problemlos und die Genehmigung wurde uns alsbald noch zum Schnäppchenpreis gewährt.
Ich habe bewusst geschrieben „wir versuchen in Fort Lauderdale amerikanischen Boden zu betreten“, denn diese Einreisegenehmigung ist zwar notwendig für die Einreise, aber noch nicht alles. Beim Facecheck kann der Beamte der Einreisebehörde uns noch nach Lust und Laune die Einreise verweigern.
Deshalb werde ich mich auch hüten, hier im Blog zu postulieren, dass Herr Trump nicht alle Tassen im Schrank hat, ein narzistischer Psychopath ist, die Demokratie gegen die Wand fährt und deshalb brandgefährlich ist. (Sollte ich mir vielleicht stattdessen lieber eine rote MAGA-Kappe zulegen?)
Sollten Doris und ich dann tatsächlich in die USA einreisen dürfen, bleibt immer noch offen, ob der Höhepunkt des USA-Abschnitts der Kreuzfahrt, nämlich die 1 ½ Tage in New York, auch tatsächlich in New York stattfinden wird.
Klingt seltsam, ist aber bei Phoenix nicht selbstverständlich.
2001, auf einer Kreuzfahrt mit der MS DELPHIN (Delphin Seereisen), lagen wir 2 Tage am Manhattan Cruise Terminal am Ostufer des Hudson Rivers (ca. 1 km zum Time Square); also nur wenige Schritte und man war mitten im Geschehen.
Auf der Kreuzfahrt 2007 "Kanada - USA - Karibik-Kaleidoskop" mit dem Phoenixschiff ALEXANDER von HUMBOLDT stand zwar auch New York auf dem Routenplan, aber wir lagen stattdessen am Westufer des Hudson am Cape Liberty Cruise Port in Bayonne/New Jersey in New Jersey. Über diesen Umstand wurden wir allerdings erst auf dem Schiff, wenige Tage vor Ankunft in New York informiert.
Statt problemlos in die City zu gelangen, musste man sich damals einen Platz in einem Shuttlebus erkämpfen, der dann im New Yorker Verkehrschaos fast zwei Stunden brauchte, um uns ins Zentrum zu fahren. Auch die Rückfahrt nach New Jersey dauerte so lange. Die Alternative Taxi schlug mit ca. 60 Dollar für die einfache Strecke zu Buche.
Und wie zum Hohn hatte Phoenix an der Gangway der ALEXANDER von HUMBOLDT ein Schild aufgestellt, auf dem wider besseres Wissen „Willkommen in New York“ prangte.
Ob wir diesmal im „richtigen“ New York anlanden werden?
Schaun’n wir mal!
Oktober 2025 - Tollwut und Bahnticket
Wir haben uns gegen Tollwut impfen lassen. Diese Impfung beinhaltete 3 Spritzen, die innerhalb von 4 Wochen verabreicht wurden. Sowohl in Südamerika als auch in Asien (wo wir 2027 sein werden) ist die Tollwut bei Hunden sehr verbreitet, wie wir jetzt erst in Erfahrung brachten. Und da wir gerne mal von den üblichen touristischen Pfaden abweichen, hielten wir diese Impfaktion für durchaus sinnvoll.
Ganz billig ist diese Sache nicht. Das Serum kostet 85 Euro pro Spritze, dazu kommen noch 12 Euro Arztkosten pro Pikser und die Aktion läuft (erst einmal) nicht über die gesetzliche Krankenkasse, sondern man tritt als Privatpatient auf.
Unsere Kasse wird eventuell die Kosten von knapp 600 Euro erstatten, aber sicher ist das noch nicht.
Also heißt es wieder. Schaun’n wir mal!
Ein Newsletter der Deutschen Bahn warb damit, dass ein Rabatt von 12% auf die Sparpreise gewährt wird, wenn man bis zum 21. Oktober 2025 ein Bahnticket zum Sparpreis buchen würde.
Sparpreistickets sind Fahrkarten mit Zugbindung. Der Sparpreis ist abhängig und variiert, welchen Zug man nimmt und wie früh man bucht. Buchungen sind bis zu einem Jahr im Voraus möglich.
Wir werden am 12. Mai 2026 in Bremerhaven ankommen, also haben wir als bekennende Schnäppchenjäger jetzt schon die Heimreisetickets besorgt.
Gemäß regulärem Tarif für das sogenannte Flex-Ticket, hätte eine Fahrkarte ohne Zugbindung einschließlich Platzreservierung 511,80 Euro gekostet, aber so sind wir mit 110,78 Euro davon gekommen.
November 2025 - Der Starttermin rückt näher
Die Krankenkasse hat tatsächlich sämtliche (nicht unerhebliche) Kosten für unsere Tollwutimpfung übernommen.
Auf der letzten Reise hatten wir ja einige Male geschnorchelt. Dabei wurden Tauchermaske und Schnorchel vom Veranstalter gestellt. Dieses Equipment war mal mehr und mal weniger gut.
Also ließen wir uns von einer großen Internet-Versandfirma (erster Buchstabe ein „A“) einige Masken schicken und behielten dann die, die am bequemsten war, insofern man bei einer enganliegenden Tauchermaske überhaupt von bequem sprechen kann.
Es wird langsam ernst, Phoenix hat die Reiseunterlagen geschickt. Diese bestehen aus:
(a) einem Informationsblatt,
(b) 5 Reiseführern (für jede Etappe der Weltreise einen),
(c) mehrere Kofferanhänger und
(d) 2 Schlüsselbänder.
Abgesehen vom Punkt (b) sind die anderen Punkte aus der Sicht eines einzelnen Reisenden (also meiner) erwähnenswert.
Fangen wir mit dem positiven Punkt (c), den Kofferanhängern an.
Ganz früher, als noch alles besser war, waren die Kofferanhänger aus Kunststoff, stabil genug, um am Koffer zu verbleiben, auch wenn sie beim Verladen nicht gerade mit Samthandschuhen angefasst werden.

Man beachte die Aufschrift
"Zum Verbleib bis zur Heimkehr".
Solange hielten viele der filigranen Anhänger
leider nicht immer durch.
Dann kam bei Phoenix irgendjemand auf die glorreiche Idee, Kosten zu sparen, indem man auf Kofferanhänger aus dünnem Karton umstellte.
Wie oft haben wir herrenlose beschrifte Anhänger im Schiff und vor dem Schiff auf dem Boden rumliegen sehen. Wie und ob die anhängerlosen Koffer dann ihren Besitzern zugeordnet werden konnten – wer weiß es schon.
Jetzt, nach einigen Jahren, hat sich wohl die Einsicht durchgesetzt, das der Umstieg von Kunststoff auf Papier doch keine so gute Idee war.
Die jetzigen Anhänger sind noch stabiler als die vor dem Papier-Intermezzo und bestechen sogar durch eine Lederoptik.
Um Punkt (d), den Schlüsselbändern, rankt sich eine eher akademische als ernst gemeinte Frage.
Waren sie bisher im gewohnten klassischen Phoenix-Türkis, so strahlen sie jetzt durch ein schönes, auffälliges, tiefes Blau. Die Frage lautet also: Wieso hat man hier auf das übliche Corporate Design verzichtet?
Wenn der geneigte Leser meint, das sei doch vollkommen wurscht, hat er sicherlich recht. Schließlich leidet die Funktionalität dadurch in keinster Weise.
Wer möchte, kann sich weiterhin damit seine Bordkarte um den Hals hängen oder bei Ausflügen den Audio-Guide dran befestigen - auch in dunkelblau.
Bei Punkt (a) „Informationsblatt“ gibt es einen kleinen Stolperstein zu beachten.
Hierbei geht es um das Phoenix Anreise-Paket. Das Paket beinhaltet den Flug von Frankfurt nach Mailand mit der Fluggesellschaft easyJet und den Bus-Transfer von Mailand zum Hafen von Savona, wo die Kreuzfahrt dann startet.
Über den Flug ist im Infoblatt zu lesen: „Freigepäck pro Person: 1 Gepäckstück à 23kg“.
Da stellt sich sofort die Frage: Was ist mit Handgepäck?
Die Internetseite von easyJet verrät, dass ein „kleines Handgepäckstück (max. 45 × 36 × 20 cm)“ mit an Bord genommen werden kann (kostenfrei).
Jetzt darf man auf keinen Fall davon ausgehen, dass jeder Trolley kostenfrei mit an Bord gebracht werden kann, denn viele dieser praktischen Behältnisse sind größer.
Lediglich Kinder-Trolleys sind klein genug, dass sie gratis mit in den Flieger genommen werden können, handelsübliche Trolleys fallen unter die Kategorie „großes Handgepäck (max. 56 × 45 × 25 cm)“ und können bzw. müssen gesondert gegen eine Gebühr von 29,90€ pro Stück dazu gebucht werden.

Ausschnit von der easyJet-Internetseite
Hier haben die easyJet-Marketingexperten wohl bewusst "vergessen", auch den Bis-Preis mit aufzuführen.
Dezember 2025 - Handgepäck und Weihnachten
Phoenix-Reisen gibt auf ihrer Web-Seite die Route der Weltreise 2027/2028 bekannt. Die Reise ist ab sofort buchbar.
Kurz vor Weihnachten kamen von Phoenix die finalen Reiseunterlagen, zum einem die Vouchers, ohne die man nur schwerlich aufs Schiff einchecken kann und die Buchung für den Flug von Frankfurt nach Mailand mit der Airline easyJet.
Dass Phoenix den Flug bei dieser Billig-Fluggesellschaft gebucht hatte, wurde uns ja schon im November mitgeteilt.
Und dass diese Billig-Airline gar nicht so billig ist, konnten wir sehr schnell feststellen, da beim Flug zwar ein Koffer pro Person mitfliegen darf, aber dass für Handgepäck, das geringfügig größer als ein Kinder-Trolley ist, ein Extra-Salär anfällt.
In der Facebookgruppe "Große Amerika-Reise mit MS Artania 2026 (ART387)" empfahl eine Kommentatorin zu diesem Thema die Strategie: „Ignorieren, Augen zu und durch“.
Aber dafür ist mein Nervenkostüm zu dünn, denn wenn man mit einem zu großen Handgepäck doch erwischt wird, wird das gute Teil als zusätzliches (noch teureres) Aufgabegepäck eingezogen und verschwindet im Bauch des Fliegers (AGB easyJet). Das ist sehr kontraproduktiv bezüglich Sinn und Zweck vom Handgepäck.
Also haben wir uns mit Hilfe der uns nun von Phoenix bekannt gegebenen Buchungsnummer auf der Internetseite bei easyJet eingeloggt, um unsere (nicht kindgerechten) Trolleys dazuzubuchen und siehe da ....
.... Überraschung!!!
Der vor 4 Wochen angezeigte Preis von 29,90 € pro Stück gehörte der Vergangenheit an. Jetzt verlangte die Billig-Fluglinie 43,48 € pro Stück. Ja, die Tarif-Designer sind sehr kreative Leute. Je näher der Abflugtermin kommt, desto teurer wir die ganze Chose.
Ich habe übrigens spaßeshalber noch mal 3 Tage vor Reisebeginn auf der Internetseite nachgeschaut, da wollten die Kameraden von easyJet mittlerweile stolze 69,48 € haben.
OK, für die Airline bringe ich sogar ein gewisses Verständnis auf. Mit den billigen Tickets können Sie kein richtiges Geld verdienen, also generieren sie Zusatzeinnahmen.
Aber dass Phoenix seine Gäste mehr oder weniger gegen die Wand laufen lässt und nicht das übliche Arrangement (Koffer + normalen Trolley) bucht, ist schäbig.

Statler und Waldorf, diese beiden Lästermäuler, erscheinen hier im Blog immer dann, wenn ich etwas heftigere Kritik üben möchte (was mir gerne auch als Meckern ausgelegt wird 😊).
Hierfür bekommt die Phoenix Reisen GmbH vom mir gleich einen dicken „Statler und Waldorf“.
Ich werde öfter mal gefragt, warum wir immer wieder mit Phoenix verreisen, wenn das Verhalten der Firma doch ab und an in meinen kritischen Fokus gelangt.
Dann beantworte ich diese Frage mit dem folgenden etwas spöttischen Vergleich: „Man heiratet eine Frau ja nicht wegen der Schwiegermutter, sondern trotz derselben.“
Phoenix hat eben die besten Routen und die ARTANIA ist das beste zu uns passende Schiff.
Dafür, dass wir 2020 das letzte Mal Weihnachten und Silvester zu Hause gefeiert hatten, haben wir die Weihnachtsdeko 2025 doch ganz gut hinbekommen...
Januar 2026 - Jetzt geht's los ...
Am 2. Januar 2026 wurden 3 Koffer von Tefra abgeholt. Sie werden per LKW nach Savona verfrachtet und dort direkt in unsere Kabine gebracht.
Zwei Tage vor dem Abflug nach Savona habe ich folgenden Kommentar in Facebook entdeckt.
Also war es richtig, das „große Handgepäck“ dazu zu buchen.
So, nun kann sie losgehen, die Große Amerika-Reise mit MS ARTANIA 2026.
1. Reisetag – Mittwoch, 07.01.2026 Anreise nach Savona
Der Tag begann früh, sehr früh, um halb fünf, schließlich war final noch dies und das zu erledigen. Zum Beispiel Fernseher und Fritzbox von Stromnetz zu trennen, die letzten Utensilien in den Koffer zu verfrachten.
Die Angst, dass das Taxi nicht pünktlich um 6:45 Uhr kommt, war wie immer unbegründet. Überpünktlich war es da und brachte uns in knapp 20 Minuten zum Frankfurter Flughafen.
Und dort ging es schon mal saublöd los. Da sowohl Doris und auch ich jeweils mit einem Koffer, einem Trolley und einem Rucksack ausgestattet waren, wollten wir uns für 2 Euro den Luxus eines Gepäckwägelchens leisten. Nach Präsentation einer Kreditkarte wurde eine Sperre gelöst und man konnte den hintersten der ineinandergeschobenen Wagen „befreien“. Im Besitz dieses nützlichen Helferleins bemerkten wir, dass ein Rad blockierte. Der Wagen hatte auch einen Anhänger mit der Aufschrift „defekt“, den wir leider erst jetzt entdeckten.
Welcher Honk schiebt einen als defekt gekennzeichneten Wagen zurück, so dass der nächste Unglücksrabe diesen Schrott an Land zieht.
Wir beschlossen keinen zweiten Versuch zu wagen und bewältigten unser Gepäck auch ohne weitere Hilfsmittel, was möglich war, weil die Erfindung des Rads bei der Herstellung unserer Koffer berücksichtigt worden war.
Die Schlange am easyJet Schalter bewältigten wir ohne Murren, der Sicherheitscheck war rasch erledigt.
An unserm Gate (D24) war es allerdings eisekalt, da anscheinend dort die Heizung ausgefallen war.
Das nächste schlechte Omen?
Um es vorwegzunehmen: NEIN!
Die gesamte Anreise verlief wie am Schnürchen. Dass der Flug nach Mailand 30 Minuten verspätet war, steckten wir locker weg.
Am Gepäckausgabeband in Mailand gab es nochmal eine kleine Schrecksekunde, da das Band plötzlich stehen blieb und eine Warnblinklampe und ein eindringliches Tuten wohl ein technisches Problem signalisierte.
Aber nach wenigen Augenblicken ging es schon wieder weiter und unsere beiden Koffer kamen wohlbehalten an, sodass wir uns nicht den armen Teufeln vor dem Lost and Found Schalter anschließen mussten.
Gut zwei Stunden dauerte der Bustransfer von Mailand nach Savona zum dortigen Cruiseterminal und wir konnten die ARTANIA entern.
Nach dem Check-In und dem obligatorischen Begrüßungssekt bezogen wir unsere Kabine 4243.
Ein Glücksfall ist unser Kabinensteward Roberto. Er war gegen Ende unserer letzten Reise schon mal für unsere Kabine zuständig und wir waren damals äußerst angetan von seiner Freundlichkeit und seinem Eifer. Erstaunlich, dass er sich noch an viele unsere Gewohnheiten erinnern konnte, wie z. B., dass die Betten tagsüber nicht in Sofas verwandelt zu werden brauchen. Die übliche Diskussion, die Aufbauten der Sofas, nämlich die unförmigen Arm- und Rückenpolster und die 4 riesigen Paradekissen unter den Betten zu verstauen, fand nicht statt, sondern verschwanden ohne Murren zusammen mit unseren Koffern in irgendeinem Depot.
Für uns beginnt eine Schiffsreise immer erst richtig, wenn wir die Rettungsübung hinter uns haben. Das war gegen 21:00 Uhr der Fall.
Um 21:30 Uhr legte die ARTANIA ab, während aus den Bordlautsprechern die Auslaufmelodie ertönte – ein erhebender Moment am Beginn einer so langen Reise.
Starker Wind und unruhige See ließen in der Nacht das Schiff schaukeln.
2. Reisetag – Donnerstag, 08.01.2026 Seetag
Das Schiff schaukelt immer noch etwas, aber zu wenig, um seekrank zu werden oder uns verleitet, prophylaktisch eine Reisetablette einzuwerfen.
Alles hier an Bord ist wie immer, das Eingewöhnen geht rasend schnell, was sicherlich auch den vielen bekannten Gesichtern bei der Crew und den Phoenixleuten geschuldet ist.
Etliche Crewmitglieder kamen auf uns zu, um uns zu begrüßen und sprachen uns dabei mit unseren Namen an. Erstaunlich welch ausgeprägtes Personengedächtnis diese Menschen haben müssen. Für uns ist es einfach, sich an einen freundlichen Kellner oder eine zuvorkommende Getränkestewardess zu erinnern. Aber die Crew trifft innerhalb von 2-3 Wochen auf hunderte neue Gesichter.
Heute haben wir ein neues Wort gelernt: Kuchenrotation. Und das kam so. Als uns der Hotelmanager, Remo Jahnkow, in der Bibliothek antraf und begrüßte, brachten wir schnell das Gespräch auf das Thema sonntägliche Schwarzwälder Kirschtorte. Er räumte ein, dass diese Konstante, auf die wir bei der letzten Reise großen Wert gelegt hatten, leider nicht mehr so konstant sei. Das würde damit zusammenhängen, das Fritz Pichler, der Phoenix-Flotten-Küchenchef (auch ein schönes Wort) die Kuchenrotation geändert hätte.
Bedeutet das, dass es jetzt statt am Montag z. B. jeden MIttwoch verläßlich New York Cheesecake gibt und Schwarzwälder Kirsch an einem anderen Werktag? Schwarzwälder Kirsch mitten in der Woche? Kaum vorstellbar. Versteckt sich am Ende hinter der Kuchenrotation, dass die beliebte Tote ganz aus dem Sortiment gestrichen wurde?
Der Hotelmanager sagte zu, das brisante Schwarzwälder Kirsch Thema zur Sprache bringen, wenn in Kürze der Phoenix-Flotten-Küchenchef daselbst an Bord der ARTANIA verweilen wird.
Auch bei den Mitreisenden trafen wir auf etliche uns bekannten „Wiederholungstäter und Wiederholungstäterinnen“.
Heute mussten wir ein schwierige Entscheidung treffen, nämlich: Wie optimieren wir den Kauf der Internetpakete auf der ARTANIA?
In der Vergangenheit war das einfach. Wir kauften das Rundum-Sorglos-Paket: Internetflatrate für die gesamte Reise für 799 €.
Aber jetzt gibt es alternativ 2 verschiedene Flatrate-Tarife:
Kleine Flatrate bis 120 Reisetage begrenzt auf drei Geräte 699,00 EUR
Große Flatrate ab 121 Reisetage begrenzt auf drei Geräte 799,00 EUR
Da die Reise 125 Tage dauert, bedeutet das rein rechnerisch, dass wegen 5 Tagen die Flatrate, die die gesamte Reise abdeckt, mit 100,00 Euro zu Buche schlägt.
Wir könnten jetzt 5 Tage Internet-Abstinenz praktizieren und dann ab dem 6. Reisetag die „kleine Flatrate“ buchen. Oder wir könnten die ersten 5 Tage der Reise mit einzelnen Datenpaketen überbrücken.
Dazu bietet Phoenix Folgendes an:
- 1 GB Datenvolumen 15,00 EUR
- 5 GB Datenvolumen 49,00 EUR
- 15 GB Datenvolumen 99,00 EUR
Hierzu sollte man noch wissen, dass ein solches Paket nicht gleichzeitig parallel auf 2 Geräten genutzt werden kann. Doris und ich könnten nur nacheinander ins Netz. Keine gute Idee. Also müssten 2 Pakete angeschafft werden.
- 2 x Variante (c) ist unsinnig, weil 2 x99 € - rechnet doch selbst nach …
- 2 x Variante (b) spart genau einen Euro.
- 2 x Variante (a) ist ein akzeptabler Kompromiss zwischen totaler Internet-Abstinenz und dem Wunsch zu sparen und trotzdem ins Netz zu können.
Wenn wir nicht gerade Videos streamen, müssten wir damit auskommen, aber auch bei einem weiteren 1 GB-Paket wären wir noch im grünen Bereich.
Das ist der große Nachteil, wenn Tarifvielfalt herrscht. Hätte es nach wie vor nur den einen Flatrate-Tarif für 799 Euro gegeben, wir hätten ihn mit einem gewissen brummeln gebucht ("ganz schön teuer" ), hätten dann aber ab sofort die Sache aus dem Kopf gehabt.
Der Vorteil: Ich kann hier im Blog meine Leser mit solch schwerwiegenden Überlegungen die Zeit stehlen. 😊
Heute war übrigens der erste Galaabend von insgesamt 15. Dies möchte ich nur am Rande erwähnt haben.
3. Reisetag – Freitag, 09.01.2026 Seetag
Das Wetter war immer noch recht schaurig. Schuld daran war der starke, kalte Wind. Die ARTANIA stampfte stoisch ihren Kurs. Irgendwann im Laufe des Vormittags kam die spanische Südostküste in Sicht und zwar so nahe, dass das spanische Mobilfunknetz in genügende Reichweite kam. Dank der europäischen Roamingregeln konnten wir das ARTANIA-WLAN zugunsten der deutschen Mobilfunkverträge erst mal abschalten. Wir waren bei Weitem nicht die Einzigen an Bord, die ihr Handy zückten und den Laptop anwarfen.
Für das Mittagessen im Lido-Selbstbedienungsrestaurant war wieder, genau wie gestern, das leidige Schlangestehen angesagt, weil es keine freien Sitzplätze mehr gab.
Der Zutritt zum Restaurant wird dann durch die Restaurant-Aufsichten, den sogenannten Supervisoren, geregelt.
Immer wenn wieder Plätze frei wurden, durften ein oder zwei hungrige Mäuler das Restaurant betreten.
Seetage und schlechtes Wetter sorgen seit einigen Jahren für diesen Engpass. Der gediegene Lunch in den Bedienrestaurants war früher noch die Regel und ein Besuch des Lido-Buffet gehörte nicht zum Mainstream. Das hat sich im Laufe der Jahre stark geändert.
Das schlechte Wetter verhindert, dass die Gäste im Außenbereich ihr Mahl einnehmen können und die Seetage verhindern, dass die Gäste an Land gehen und aufs Mittagessen verzichten und so kommt es immer wieder zu den Engpässen.
Leider hat Phoenix nicht darauf reagiert und im Lido die Öffnungszeit erweitert. Nach wie vor gibt es dort von 12:30 Uhr bis 14:00 Uhr Mittagessen, anstatt das Lido an den „kritischen“ Tagen schon etwas früher zu öffnen.
Stattdessen hat der Kreuzfahrtdirektor in seiner Sendung „auf ein Wort“, die zu Anfang einer jeder Kreuzfahrtetappe im Bordfernsehen läuft, an die Reisenden appelliert, im Lido die Plätze mit Rücksicht auf die Warteschlange freizugeben, wenn die Mahlzeit beendet sei.
Appelle verhallen in der Regel ohne messbaren Erfolg und außerdem will der ein oder andere im Urlaub gerne in Ruhe mit den Tischgenossen noch ein Schwätzchen halten. Man ist (bzw. isst) ja nicht in der Kantine und muss danach schnell wieder ins Büro.
Am Abend ist die Situation im Lido entspannter. Das liegt zum einem an der langen Öffnungszeit (18:00 Uhr – 20:30) und daran, dass die „richtigen“ Restaurants zum Dinner viel stärker frequentiert werden als zum mittäglichen Lunch.
4. Reisetag – Samstag, 10.01.2026 Malaga/Spanien
Schöne Parkanlagen und eine touristisch belebte Fußgängerzone waren in den vergangenen Jahren Ziel unserer Unternehmungen hier in Malaga, an der Südspitze der iberischen Halbinsel gelegen.
Warum also diesmal nicht irgendwelche Nachbarorte besuchen? In die nähere Auswahl kamen zwei Städte, nämlich Marbella und Torremolinos.
Marbella war einst ein Hotspot für den Jetset, die Reichen und die Schönen, während Torremolinos einst ein angesagter Urlaubsort für junge Leute war.
Anhand dieser Klassifizierung fanden wir, dass für uns (weder schön noch reich) Torremolinos das passendere Ziel sei (weil im Grunde immer noch jung 😊). Außerdem liegt es näher an Malaga.
Zunächst mussten wir erst einmal ca. 1,5 Kilometer zu Fuß über die Hafenpromenade bewältigen, vorbei an den noblen Geschäften und Restaurants.
Ein Bus der Linie 14 brachte uns zur S-Bahn-Station Malaga-Centro-Alameda.
Von dort fuhr ein Zug (Linie C1) ins knapp 20 Kilometer entfernte Torremolinos.
Das recht nette touristische Zentrum von Torremolinos eignet sich schön zum Bummeln. Der Jahreszeit geschuldet hielt sich der touristische Rummel sehr in Grenzen.
Der Wind lief der Sonne den Rang ab, sodass eine warme Jacke und Ohrenschützer angesagt waren, auch wenn einige wenige hartgesottene englische Touris in kurzen Hosen und Kurzarm-T-Shirts sich bereits im vollen Urlaubsmodus befanden, schließlich waren wir ja an der Costa del Sol.

Kaffeepause!
Ein freundlicher Kellner bot sich an, ein Foto von uns zu machen.
Allerdings ließ uns ein großes tieffliegendes Propellerflugzeug im entscheidenden Augenblick Foto-Handy und Kellner vergessen.
In umgekehrter Reihenfolge (S-Bahn C1 und Buslinie 14) ging es zurück nach Malaga.
Auf dem Weg von der Bushaltestelle zum Schiff wurde uns ein beeindruckendes Schauspiel geboten.
Urplötzlich flogen hunderte Möwen auf, weil sie entweder aufgeschreckt wurden oder die Anführer-Möwe das Kommando zum Aufbruch gegeben hatte.
Gegen 16:00 Uhr waren wir wieder auf der ARTANIA, wo wir zur Kaffeestunde mit Apfelkuchen und Schlagsahne unser ausgefallenes Mittagessen kompensierten.
Das geplante Ablegen um 18:00 Uhr verzögerte sich um eine gute Stunde nach hinten. Der Grund war eine sogenannte medizinische Ausschiffung. Eine erkrankte Passagierin musste von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht werden. So etwas kommt immer wieder vor und ist eine absolute Horrorvorstellung.
Wenn es "Leinen los!" heißt, werden die dicken Taue über starke Winden ins Schiffsinnere eingerollt.
Mit Erstaunen beobachteten wir, wie auf dem sogenannten Mooring-Deck ein Crew-Mitglied ohne Handschuhe mit bloßen Händen mit den laufenden Tauen hantierte.
Auf dem Foto ist zu sehen, wie er das dicke laufende Tau mit einem Seil in Position hält. Wehe wenn sich dieses "Halteseil" irgendwie mit dem Tau verhakt, so schnell kann er es gar nicht loslassen, als dass er sich an den Handflächen verletzt hat. Ihm gehört vom Offizier für Arbeitssicherheit ein gehöriger Anschiss verpasst. Oder aber stattdessen dem Sicherheitsoffizier, wenn er auf solche Dinge nicht achtet.
5. Reisetag – Sonntag, 11.01.2026 Seetag
Die heutige Kaffeestunde hatten wir mit Spannung erwartet, schließlich ist am Anfang der Reise das Wort „Kuchenrotation“ gefallen, was ja nicht nur eine Änderung der Zuordnung Kuchensorte -Wochentag, sondern auch eine Änderung des Sortiments bedeuten könnte. Irgendwie meinten wir aus den Worten des Hotelmanagers herausgehört zu haben, dass die Schwarzwälder Kirsch nicht mehr regelmäßig angeboten wird und nur noch an ganz hohen Feiertagen kredenzt wird.
Aber es fielen auch noch die Worte: „… mal sehen, was sich machen lässt …“.
Würde es am heutigen Sonntag nun Schwarzwälder Kirschtorte geben oder nicht?
Langer Rede kurzer Sinn, es gab Schwarzwälder Kirschtorte, diesmal mit einem extra Schuss Schwarzwälder Kirschwasser.
Jetzt bleibt also nur noch abzuwarten, wie nachhaltig diese Glückseligkeit sein wird.
Ich bleibe weiter am Ball!
Sehr beliebt auf dem Schiff ist die Bibliothek, die hauptsächlich als Spielzimmer genutzt wird. Die Tische und Stühle sind bezüglich Ergonomie bestens für das Spielen von Karten- und Gesellschaftsspielen geeignet und natürlich auch für das Arbeiten mit dem Laptop. Oft sind alle Tische der Bibliothek belegt, während in der benachbarten Harry’s Bar genügend Plätze frei sind. Aber die Cocktailtischchen und die Clubsessel dort sind äußerst unbequem bis ungeeignet fürs Spielen und Computern, weil der Sinn und Zweck dieser Lounge-Möbel in erster Linie darin besteht, Bequemlichkeit für den Genuss von alkoholischen und nichtalkoholischen Getränken zu schaffen und für die passende Atmosphäre für das nette Gesprächen zu sorgen.
Jetzt wurden einige dieser Cocktailtischchen und zugehörigen Clubsessel durch 2 Spieltische mit jeweils 4 passenden Stühle ersetzt.
Diese sehr zu begrüßende Maßnahme hat uns schon einige Male „gerettet“, wenn in der Bibliothek (die ich gerne als „mein Büro“ bezeichne), nichts mehr frei war.
6. Reisetag – Montag, 12.01.2026 Agadir/Marokko
Im Internet über
hatte Doris eine schöne Tour ausgesucht, die uns ins Paradise Valley im Hohen Atlas führen sollte.
Unser Fahrer und gleichzeitiger Guide, er stellte sich uns als Adi vor, holte uns um 9:30 Uhr mit seinem geräumigen SUV direkt am Schiff ab.
Adi sprach sehr gut Deutsch. Er erzählte uns, dass er vor Jahren in einem 5-Sterne-Hotel, in dem meiste Deutsche Urlaub machten, als Kofferträger angefangen hat und sich durch Zuhören die deutsche Sprache angeeignet hätte. In Deutschland war er nie gewesen, kannte sich aber perfekt in der Deutschen Bundesliga aus. 😊
Wir sind immer wieder erstaunt ob solcher Sprachgenies
Die Fahrt führte durch eine grandiose Landschaft, ...
... die natürlich nicht überall unberührt geblieben ist, sondern sehr rustikale Cafés und Restaurants am Wegrand sollten die Touristen zur Einkehr locken.
Das muss nicht immer zum Nachteil sein, weil dadurch zumindest die Möglichkeit einer Toilettenpause geboten wird.
Vorgesehen war auch eine kleine Wanderung, die anfangs gut zu bewälrigen war, ...
... die aber nach einer guten halbe Stunde abgebrochen werden musste, ...

Das wäre sicherlich machbar gewesen und ertrunken wäre ich bei einem falschen Schritt auch nicht. Aber mit nassen Schuhen die Tour einfach fortsetzen?
... weil ich mich scheute, einen etwas größeren Bachlauf auf einer schmalen steinernen Furt zu überschreiten.
Das war aber nicht weiter tragisch, da Adi sofort einen Plan B hatte: Ein botanischer Garten mit Führung.
Der botanische Garten stellte sich als ein Kräutergarten heraus, der von einer Kooperative betrieben wird.
Eine junge Dame führte uns durch den Garten, erklärte uns die diversen Kräuter und was daraus alles hergestellt wird.
Neben den Kräutern betrieb die Kooperative auch eine Imkerei. Die entsprechenden Öle, Cremes, Essenzen und den Honig konnte man in einem angeschlossen Laden kaufen. Alles in allem ein nettes Intermezzo.
Auf der Hinfahrt waren wir durch einen Ort gekommen, in dem sich links und rechts von der Straße unzählige kleine Lädchen, Buden und Geschäfte aneinanderreihten.
Dort wollten wir gerne noch etwas bummeln und schauen.
Solche „Sonderwünsche“ sind natürlich überhaupt kein Problem bei einer individuellen Tour, wenn man im Zeitrahmen bleibt.
Gegen halb drei lieferte Adi uns wieder wohlbehalten am Schiff ab. Wir mussten ihm hoch und heilig versprechen, im Internet eine gute Bewertung für sein Tour-Unternehmen abzugeben. Dies haben wir selbstredend auch getan.
Um 20:00 Uhr hieß es wieder: “Leinen los!“. Ziel: die kanarische Insel Lanzarote.

Der Schriftzug am Hang der Kasbah von Agadir wird abends beleuchtet.
الله – الوطن – الملك (Gott - Vaterland - König)
Adi hat uns erzählt, dass man den amerikanischen Touristn, wenn diese nach der Bedeutung des Schriftzugs fragen, gerne mal Bären aufbindet und behauptet,
das hieße Coca Cola Light.
Nach dem Abendessen auf dem Weg in Harry’s Bar, lief uns der Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka über den Weg. Er berichtete uns freudestrahlend, dass sichergestellt sei, dass es jeden Sonntag Schwarzwälder Kirschtorte gibt.
Bemerkenswert ist, dass zu diesem Zeitpunkt meine hier im Blog geäußerten Bedenken zu diesem Thema noch gar nicht online waren. Hatte unser besorgter Blick genügt, als uns der Hotelmanager von der „Kuchenrotation“ unterrichtet hatte, sodass daraufhin hinter den Kulissen ein Krisenstab getagt hat?
Wie dem auch sei, wir sehen dem nächsten Sonntag mit Freuden entgegen.
7. Reisetag – Dienstag, 13.01.2026 Arrecife/Lanzarote/Spanien
Gegen 12:30 Uhr machte die ARTANIA im Hafen von Arrecife fest, um schon nach 6 Stunden wieder abzulegen. Da bleibt nicht so viel Zeit für große Unternehmungen.
Also ließen wir es sehr ruhig angehen. Von unserem Aufenthalt im letzten Jahr wussten wir, dass sich in knapp 1 Kilometer Entfernung von unserem Liegeplatz eine Bushaltestelle befindet. Von dort kann man nach Puerto del Carmen fahren, dem größte Ferienort von Lanzarote mit Stränden und Nachtleben.
Aber so weit wollten wir diesmal gar nicht, sondern schon bei ersten Bushaltestelle stiegen wir wieder aus, denn dort, mitten in einem Gewerbegebiet, befindet sich ein Lidl Supermarkt und ein IKEA Möbelhaus.
Da der Kauf von Möbeln zur Ergänzung der Kabinenausstattung aus Platzgründen nicht in Frage kam, ...
... beschränkten wir unsere Aktivität auf einen Lidl-Besuch, um dort noch ein paar Dinge für den täglichen Bedarf, wie z. B. Dusch-Gel einzukaufen und als Notration noch ein paar Dosen Bier.
Bei der Aktionsware entdeckten wir einen Steckdosenadapter. Mit diesem Gerät lässt sich über einen Schalter der Strom an- und ausschalten. Dieses Teil wanderte unverzüglich in unserem Einkaufwagen, ...
... denn es wird uns bei dem Kampf mit (bzw. gegen) den Fernsehapparat in unserer Kabine unterstützen.
In meinem Blog von 2025 (Eintrag 25.1.2025) hatte ich ja von dem Stecker-raus-Stecker-rein-Spiel erzählt. Diese Übung ist notwendig, wenn der Fernseher sich mit der Fernbedienung nicht mehr einschalten lässt. Dann muss man den Stecker des Geräts aus der Steckdose ziehen und wieder hineinstecken. Dann bootet die Kiste vielleicht neu (wenn nicht, wiederholen bis sie bootet) und verhält sich eine Zeitlang friedlich, bis sie dann wieder zickt. Ein Problem, das seit vielen Monaten und nicht nur in unserer Kabine besteht. Da sich die Steckdose hinter dem Gerät befindet, ist es etwas fummelig, den gezogenen Stecker wieder einzustecken. Jetzt, mit unserem Steckdosenadapter kann der Stecker drinbleiben, weil wir mit dem Schalter nun ganz einfach und ergonomisch den Fernseher vom Strom trennen und wieder verbinden können ohne uns Arm und Wirbelsäule zu verrenken.
Die größte Schwierigkeit wird nun sein, im Mai, wenn wir wieder nach Hause fahren, dieses nützliche Teil nicht in der Kabine zu vergessen, weil es sich hinter dem Fernsehschirm versteckt.
8. Reisetag – Mittwoch, 14.01.2026 Santa Cruz de Tenerife/Teneriffa/Spanien
Die Liegezeit hier in unserem zweiten Hafen auf den Kanaren hatte die übliche Dauer 8:00 Uhr – 18:00 Uhr. Genügend Zeit für einen ausgiebigen Stadtbummel.
Als Stadtführer diente in gewohnter Weise unsere Adventure Lap App, die uns immer wieder sowohl dorthin führt, wo alle Touristen hingehen, als auch über weniger ausgetretene touristischen Pfade zu Ecken, in die man sonst niemals gekommen wäre.
Das Parlamento de Canarias (Kanarisches Parlament). Die Kanaren sind eine sogenannte autonome Gemeinschaft (Comunidades Autónomas), deshalb haben sie ein eigenes Parlament.
9. Reisetag – Donnerstag, 15.01.2026 Seetag
Für übermorgen hatten wir in Palmeira auf der kapverdischen Insel Sal eine private Tour gebucht. Da es in Palmeira keine Pier gibt, die groß genug für die ARTANIA ist, soll unser Schiff auf Reede liegen und wir werden mit den Tenderbooten an Land gebracht.
Das Tendern ist immer eine heikle Sache, weil sehr von Wind und Wetter abhängig. Wenn der Wind zu stark, die Wellen zu stark und/oder der Schwell zu heftig ist, ist Tendern nicht möglich und der Landgang ist dann gestrichen.
Mit Sorge hatten wir die Wind und Wetterprognosen für die Kapverden über eine Wetter-App beobachtet und uns heute früh entschieden unsere geplante Tour zu stornieren.
Als hätte unser Beispiel Schule gemacht, kam über die Bordlautsprecher die Durchsage, dass es eine Routenänderung geben wird, auf Kanal 8 im Bordfernsehen gäbe es eine „Sondersendung“ mit detaillierten Informationen.
In dem Video, das auf Kanal 8 in Endlosschleife lief, standen Kapitän und Kreuzfahrtdirektor mit besorgten Gesichtern. Der KD Klaus Gruschka teilte den Passagieren mit, dass auf Grund der zu erwartenden Windverhältnisse in den nächsten Tagen ein Tendern auf den Kapverden nicht möglich sei.
Damit waren die geplanten Anlandungen in Palmeira (Sa 17.1.2026) und Porto Novo (Mo 19.1.2026) gestrichen. Als Alternative wurde der Hafen von Praia auf der Insel Santiago gefunden. Damit konnte eine der beiden Tender-Destination ersetzt werden. Mehr Ersatz konnte aber nicht gefunden werden. Deshalb wird die ARTANIA die Atlantiküberquerung in Richtung Karibik einen Tag früher beginnen.
Für den Tag, an dem wir früher in der Karibik aufschlagen, wird Philipsburg auf der Insel St. Maarten neu ins Programm aufgenommen.
Damit sieht die neue Route wie folgt aus:
- 17.01.2026 Mindelo / São Vicente 08.00-20.00 Uhr (statt Palmeira / Sal)
- 18.01.2026 Praia / Santiago (hier war Mindelo vorgesehen, das jetzt einen Tag eher angelaufen wird)
- 19.01.2026 Seetag (statt Porto Novo / Insel Santo Antao)
- 25.01.2026 Philipsburg / St. Maarten (statt Seetag)
Zum Mittagessen wurde zusätzlich zu den Restaurants in der Kopernikus Bar „Spicy taste of India!“ geboten, eine reichhaltige Auswahl von verschiedenen Curry-Gerichten.
Fazit:
Scharf, aber gut!
Am Nachmittag um 17:15 Uhr waren die „Durchreisenden“, also alle die, die die gesamte Amerika-Reise mitmachen, zum „Winterreise 2026 Cocktail“ in die Kopernikus Bar eingeladen.

Kreuzfahrtdirektor Klaus Gruschka und Kapitän Alex Zinkovksyi richteten freundliche Worte an ihr Kreuzfahrervolk.
10. Reisetag – Freitag, 16.01.2026 Seetag
Die nächste Crew-Show scheint in allernächster Zeit stattzufinden. In den Restaurants und den Gängen hört man einzelne Crew-Mitglieder bekannte Melodeien trällern. Roberto, unser Kabinensteward, übt während der Arbeit unentwegt: „Über 7 Brücken musst Du geh’n“. Er hatte am Anfang der Reise Doris um Rat gefragt, welches Lied er bei der Crew-Show performen solle und Doris riet ihm zu diesem grandiosen Hit von Karat/Peter Maffay. Jetzt sind wir natürlich in der Pflicht, die Show zumindest im Bordfernsehen zu verfolgen, denn in die picke-packe-volle Atlantik-Show-Lounge zieht es uns nicht so.
In der Bibliothek ist es interessant zu beobachten, wenn sich eine Spielegemeinschaft ein Brettspiel vornimmt, dessen Regeln ihnen nicht in Gänze bekannt sind. Jeder kennt einen Teil des oft recht komplexen Regelwerks, wobei jeder jeweils einen anderen Teil kennt. So ist gewährleistet, dass das Spiel zur Nebensache degradiert wird, weil die ständige lebhafte und lautstarke Diskussion um die Regelauslegung absoluten Vorrang hat.
Zugegeben, es stört manchmal ein bisschen. 😊
11. Reisetag – Samstag, 17.01.2026 Mindelo/São Vicente/Kapverdische Inseln
Eigentlich wären wir ja erst einen Tag später, also an einem Sonntag, hier in Mindelo gelandet, aber so besuchten wir an einem Samstag die 80.000-Einwohner-Stadt Mindelo auf der kapverdischen Insel São Vicente.
Warum das erwähnenswert ist? Weil wir diesen Ort heute zum 4. Mal besuchten, aber diesmal an einem Werktag. 2020 und 2025 jeweils am Neujahrstag und am 26. März 2023, das war ein Sonntag.
Sowohl an den Neujahrstagen als auch am besagtem Sonntag war keinerlei Leben in der Stadt. Das war diesmal anders, aber der Reihe nach.
Unser Plan war, zur Ponta João Ribeiro, eine Landzunge ca. 3 Kilometer nördlich von unserem Liegeplatz, zu wandern. Leiten sollte uns auf diesem Weg wieder unsere Adventure Lab App, die uns an dem einen oder anderen interessanten Wegpunkt vorbei geführt hätte. Hierzu braucht es aber Internet. Deshalb hatte sich Doris extra mit einer E-Sim speziell für die Kapverden ausgestattet, weil bei den 138 Ländern, die unsere „große“ E-Sim abdeckt, die Kapverden nicht dabei sind.
Leider hat das gute Teil nicht funktioniert, das Internet an Land blieb uns daher verschlossen. Als Plan B diente die Wander-App „Komoot“, die uns ebenfalls zu unserem Ziel führen konnte, nur eben ohne Hinweis auf irgendwelche interessanten Besonderheiten auf dem Weg.
Das Ganze funktioniert auch offline, weil wir die Route vorher via ARTANIA-WLAN auf die Smartphones herunterladen konnten.
Gleich am Hafen an einer Gebäudefassade fällt ein buntes Wandgemälde ins Auge.
Es zeigt die hier in Mindelo geborene Sängerin Cesária Évora (*1941 – †2011), die bekannteste Sängerin von Kap Verde, die bis heute hier sehr verehrt wird.
Sodade ist ihr berühmtester Titel.
Jetzt machten uns starke Windböen, die uns von vorne unangenehm ins Gesicht bliesen, als wir am Ufer entlang marschierten, einen Strich durch die Rechnung.
Also bogen wir außerplanmäßig rechts ab in bewohnte Gefilde, wo die Häuser Schutz vor dem Wind boten.
Als wir irgendwann wieder zurück zum Schiff wollten, ...
... machten wir an der Uferpromenade (der Wind hatte mittlerweile nachgelassen) noch einen Schlenker in Richtung Torre de Belem, ...
... einer Nachbildung des gleichnamigen Turms in Lissabon.
Hier und in den umliegenden Straßen brodelte das Leben. Dort, wo an Sonn- und Feiertagen höchstens ein paar Spaziergänger promenieren, ...
... wurde heute reger Handel mit Fisch, Obst und Gemüse betrieben.
Was das touristische Auge etwas trübte, ...
... waren die vollständig vermummten Polizisten, die mit gezückten Maschinenpistolen ...
... durch die Straßen patrouillierten.
Beim Versuch, sie heimlich zu fotografieren wurde ich ertappt und streng ermahnt, dies zu unterlassen. Das „Warum“ des Verbots hat sich mir nicht erschlossen, schließlich waren die Männer ja nicht zu erkennen.
Insgesamt sehr zufrieden mit unserem Landgang kehrten wir zur ARTANIA zurück.
12. Reisetag – Sonntag, 18.01.2026 Praia/Santiago/Kapverdische Inseln
Praia (140.000 Einwohner) auf der Insel Santiago ist die Hauptstadt der Kapverden.
Über Nacht kam uns die Erkenntnis, wie man unsere kapverdische E-Sim-Karte doch noch zum Laufen bekäme, nämlich dadurch, das Handy runter- und wieder hochzufahren.
Im letzten Jahr zig-mal praktiziert und gestern einfach nicht mehr daran gedacht. Und siehe da, auf einmal funktionierte es und wir hatten bei unserem heutigen Landgang einwandfreien Internetzugang.
Der heutige Adventure Lab führte uns zu einigen Sehenswürdigkeiten in der Altstadt. Um dorthin zu gelangen war erst einmal vom Hafen ein Fußmarsch von 3 Kilometern angesagt, um in das historische Zentrum zu gelangen.
Die etwas ungewöhnliche Kopfbedeckung ist dem starken Wind und dem Sonnenbrand auf dem dünn behaarten Haupt geschuldet.
Da der Wind meine Baseballkappe vom Kopf geweht hätte, war ich gestern barhäuptig unterwegs und habe nicht bemerkt, wie ich mir die Platte verbrannt habe. Da auch heute das Tragen einer Kappe nicht empfehlenswert war (vom Winde verweht), kam das Bandana zum Einsatz.
Am heutigen Sonntag war in der Stadt, außer in der Kirche beim Gottesdienst, nicht viel Betrieb.
Dass uns der Adventure Lab auch zur örtlichen Markthalle führte, war zwar gut gemeint, aber an einem Sonntag nicht sonderlich spannend.
Das Denkmal des portugiesischer Seefahrers Diago Gomes, dem Entdecker der Karpverden.
Er teilt das Schicksal vieler seine Denkmal-Kollegen: Die kackende Taube auf dem Kopf.
Das Gemälde zeigt den Politiker und Unabhängigkeitskämpfer
Amílcar Cabral
(*1924 †1973).
Er führte den Befreiungskampf von der portugiesischen Kolonialherrschaft an und trug maßgeblich zur Unabhängigkeit von Kap Verde bei. Er wurde am 20. Januar 1973 in Conakry (Guinea) ermordet. Er wird als Nationalheld verehrt.
Nach 8 zurückgelegten Kilometern waren wir zum Mittagessen wieder auf der ARTANIA zurück.
Vom Schiff gibt es noch Folgendes zu berichten:
- )Wir erhielten am Nachmittag kurz vor der Kaffeestunde von der Rezeption einen Anruf in die Kabine. Der Rezeptionist fragte, ob unser Problem in der Dusche (das Wasser floss nicht ab) vom Klempner mittlerweile beseitigt worden sei. Ich konnte berichten, dass alles zur vollsten Zufriedenheit in Ordnung gebracht worden sei.
Wäre das nicht der Fall gewesen, hätte die Antwort lauten müssen: „Nein leider noch nicht. ...
... und das Wasser steht mittlerweile in der Kabine einen Meter hoch.“Denn unsere Meldung, dass das Wasser in der Dusche nicht abläuft, stammte vom 8. Januar, also vor 10 Tagen und das Problem wurde am selben Tag innerhalb der nächsten Stunde beseitigt.
- ) Auf dem Schiff wird schon wieder kräftig gehustet und geschnupft. Deshalb hatte der Kreuzfahrdirektor an die grippigen Passagiere appelliert, aus Rücksicht den Mitreisenden gegenüber in den Ausflugsbussen und bei den Shows in der Atlantik-Show-Lounge eine Maske zu tragen. Masken kann man kostenlos an der Rezeption und vor den Ausflügen am Sammelpunkt in der Artania-Show-Lounge erhalten.
Der Apell hatte zur Folge, dass in den Ausflugsbussen einige Maskenträger zu sehen waren. Ob sich die Träger selbst vor einer Infektion schützen oder ihre Mitreisenden schützen wollen, wissen wir nicht.
Aber alles in allem ist der Apell und die Bereitstellung von Masken lobend zu erwähnen. - ) Es gab zur Kaffeestunde, wie von Klaus Gruschka versprochen, die sonntägliche Schwarzwälder Kirschtorte.
Um 18:00 Uhr legte die ARTANIA ab.
6 volle Seetage liegen für die Atlantiküberquerung vor uns, bevor wir in St. Maarten in der Karibik wieder festen Boden unter den Füßen haben werden.
13. Reisetag – Montag, 19.01.2026 Seetag (1/6)
Die ARTANIA wird die nächsten 6 Tage strikten Westkurs fahren, bis wir die Karibik erreicht haben werden.
Mangels der Landgänge werde ich ein wenig vom Bordleben berichten, wobei die Betonung auf „wenig“ liegt, da ich in den Blogs der letzten Jahre schon mehrmals über die diversen Veranstaltungen geschrieben habe.
So wird es täglich das übliche Animationsprogramm geben wie Bauch, Beine Po, Pontius und Pilates, Walk a Mile (betreutes Spazieren rund um das Deck 4), Bastelkurse, Fotokurse und und und ….
Das jeweilige tägliche Highlight kopiere ich einfach aus dem Tagesprogramm und setze es hier im Blog ein.
14. Reisetag – Dienstag, 20.01.2026 Seetag (2/6)
Heute ist wieder Gala angesagt, die sogenannte Mittelgala. Mittelgala bedeutet, dass es einen Cocktailempfang für die Gold- und Silbergäste (das sind die Passagiere, die eine Balkonkabine gebucht haben) gibt und ein besonderes Abendessen in den Restaurants.
Neben Gold und Silber und eleganter Abendrobe gibt es aber auch asoziale Elemente hier an Bord.
So haben Passagiere im letzten Jahr aus dem Atlas, der in der Bibliothek auslag, Seiten herausgerissen – warum auch immer. Um mit Filzstift die Fahrtroute einzuzeichnen? Oder aus Frust, weil sie bei der Verlosung beim Frühschoppen die Seekarte nicht gewonnen haben?
Jedenfalls hat Benjamin von der Phoenix-Reiseleitung dafür gesorgt, dass ein neuer dicker Diercke Weltatlas angeschafft wurde. Die Freude darüber war leider nicht sehr nachhaltig. Seit einigen Tagen ist der Atlas aus der Bibliothek spurlos verschwunden.
Der von Gästen zurückgelassene Wildwest-Roman und die Apothekenzeitung sind nicht wirklich ein Ersatz für das verschwundene Kartenwerk.
Dass der Globus noch da ist, liegt vermutlich daran, dass er auf Grund seiner Kugelform nur ganz schlecht in einen Koffer passt.
15. Reisetag – Mittwoch, 21.01.2026 Seetag (3/6)
Am Abend in Harry’s Bar werden die Geschehnisse und Gedanken des Tages stichpunktartig in ein Notizbuch eingetragen.
Anhand dieser Aufzeichnungen entstehen dann später (frühestens am nächsten Tag) die Texte für den Blog.
16. Reisetag – Donnerstag, 22.01.2026 Seetag (4/6)
Die Jambalaya-Reispfanne weckte unser Interesse.
Laut Tagesprogramm sollte das Gericht mit Hähnchenfleisch angerichtet sein, was unseren etwas „bürgerlichen“ Essgewohnheiten sehr entgegenkam.
Als uns allerdings der Koch freudestrahlend und stolz berichtete, dass auch Meeresfrüchte wie z. B. Oktopus als leckere Zutaten beigemischt worden waren, erlahmte unser Interesse schlagartig.
Beim Abendessen überraschte uns unsere Lieblingskellnerin Ani mit Geschenken, die sie aus ihrer Heimat Bali mitgebracht hatte.
Doris bekam eine hübsche kleine geflochtene Umhängetasche und ich ein Batik-Shirt.
Wir waren beide sehr gerührt.
Ani ist aber auch wirklich ein Sonnenschein.
Das Feuerwerk sollte eigentlich schon gestern gezündet werden, aber da hat uns das Regenwetter einen Strich durch die Rechnung gemacht.
Aber heute spielte das Wetter mit. Der Kapitän drehte das Schiff um 180 Grad, damit der Ostwind das Feuerwerk vom Heck des Schiffs aufs offene Meer blies und nicht aufs Sonnendeck.
Am Heck der ARTANIA kam so etwas wie Silvesterstimmung auf – Musik und Partylaune.
Für uns eine prima Gelegenheit die alkoholfreie Flasche Sekt zu köpfen, die uns vor einigen Tagen der Bar Manager Juanico Amido de Guzman hatte zukommen lassen. Der Grund für dieses Goody liegt vermutlich darin, dass ich in meinem letzten Reiseblog über den Jahreswechsel 2024/2025 auf der ARTANIA den Barmanger lobend erwähnt hatte. Er hatte sich damals persönlich darum gekümmert, dass Doris mit etwas Alkoholfreiem anstoßen konnte, was sich in den Jahre davor manchmal als schwierig bis unmöglich herausgestellt hatte (siehe auch Blog vom 31.12.2024).

Etwas abseits von der Phoenix-Bar konnte man das Gedränge an der Reling vermeiden. Der Nachteil war, dass hier die Sicht ein wenig beeinträchtigt war.
Was zu unserem vollständigen Silvesterfeeling nur noch gefehlt hätte, waren die Kreppel (Krafpfen, Berliner, Pfannkuchen), die sonst nach dem Feuerwerk verteilt wurden.
Aber es wurden kleine Cheeseburger angeboten - es war ja auch nicht wirklich Neujahr.
Ansonsten ist die Atlantiküberquerung bisher ruhig verlaufen. Bei einem Wind aus NO so um die 10 - 20 Knoten und einer Wellenhöhe von 3 Metern liegt die ARTANIA ruhig im Wasser.
17. Reisetag – Freitag, 23.01.2026 Seetag (5/6)
Allabentlich von 22:00 Uhr - 23:00 Uhr wird in Harry's Bar der Late-night-Snack angeboten. Neben dem täglich wechselnden meist warmen "Haupt-Snack", gibt es einige Konstanten, wie etwa Kuchen, Obstspieße und die Käsesticks. Genau diese Käsesticks mit Weintraube wecken jeden Abend meine Begehrlichkeit.
Schon sehr bald brauchte ich mir meine täglichen 3 Sticks nicht mehr zu holen, sondern bekomme sie vom Late-Night-Snack-Kellner gebracht.
Der Aufbau dieses Buffets ist recht aufwendig und beginn bereits um 21:00 Uhr.
18. Reisetag – Samstag, 24.01.2026 Seetag (6/6)
Der letzte Seetag vor dem Ende einer Reiseetappe ist immer für den Stadl-Frühschoppen reserviert.
Oh Wunder! Der verschwundene Atlas ist wieder da. Dann hat ihn wohl ein Gast mit auf die Kabine genommen und sich jetzt bequemt, ihn wieder zurückzubringen.
Ab morgen ist das Lotterleben auf See vorbei. Der nächste Seetag ist erst wieder in 12 Tagen.
Die Temperatur war während der 6 Seetage ständige gestigen. Mittlerweile haben wir schon am Vormittag 30 Grad.
Da wir stetig Kurs Richtung Westen hatten, wurden die Uhren mehrfach um eine Stunde zurückgestellt, sodass wir mittlerweile 5 Stunden hinter Deutschland liegen.
19. Reisetag – Sonntag, 25.01.2026 Philipsburg/Sint Maarten

Vor uns in Philipsburg an der Pier lagen bereits
die Costa Faciniosa (3.800 Passagiere) und
der 3-Mast-Segler Seacloud Spirit (136 Passagiere).
Pünktlich um 8:00 Uhr erreichten wir die erste von den 11 auf unserer Route eingeplanten Karibikinseln.
Heute musste man ein bisschen mit den geografischen und politischen Begriffen aufpassen, damit nichts Durcheinander kommt.
Philipsburg ist die Hauptstadt des autonomen Landes Sint Maarten, dass zu den Niederlanden gehört. Sint Maarten ist der südliche Teile der Insel St. Martin. Der nördliche Teile größere) Inselteil bildet zusammen mit einigen Nebeninseln das französische Überseegebiet Saint-Martin und gehört zur EU.
Der Unterschied zwischen dem südlichen niederländischen und dem nördlichen französischen Teil ist der, dass der südliche Teil „autonomer“ ist als der Nördliche.

Der Hafen von Philipsburg kann mehrere Riesen-Kreuzfahrtschiffe gleichzeitig aufnehmen. Er wird in der Saison besonders von dicken Amerikanischen Pötten angealaufen, sodass auch schon mal 25.000 Passagiere in der Stadt einfallen. Bereits im Hafen selbst warten unzählige Schuckgeschäfte, Pafümerien, Klamottenläden und und und auf zahlungskräftige Kundschaft. Die Kette "Diamonds International" findet man in fast jedem Kabrikhafen.
Die Insel ist nur 87 km2 groß (Länge 14,3 Km und Breite 13,3 km).
Mit dem Smartphone muss man allerdings aufpassen. Im niederländischen Teil, der nicht zur EU gehört, fallen mit einem deutschen Handy-Vertrag Roaming-Kosten an, während im niederländische Teil, der ja zur EU gehört, keine Roaming-Kosten anfallen. Aber wer weiß schon, in welches Telefonnetz sich das Handy auf dieser kleinen Insel automatisch einschaltet und dadurch eventuell hohe Kosten generiert. Also schalteten wir unsere deutsche Sim-Karte vollständig ab und aktivierten eine E-Sim speziell für die Karibik.
Unser Plan für heute war, eine kleine Wanderung oben im Norden (franz. Teil) zu unternehmen und zwar im Grandes Cayeas Naturschutzgebiet. Dieses Ziel wurde uns von Gemini, der KI von Google, empfohlen. Allerdings warnte uns die KI auch, dass es am Sonntag schwierig sein könnte, mit den öffentlichen Mini-Bussen zum und vom Ziel zu kommen, weil sie dann nur selten bis gar nicht unterwegs seien.
Gemäß dem Motto „Probieren geht über Studieren“ machten wir uns erst einmal auf den ca. 1,5 Kilometer langen Weg vom Hafen ins Zentrum von Philipsburg.
Eine nette Frau von einem kleinen Mode- und Souvenirladen, die wir nach einer Bushaltestelle fragten, war so nett, mit uns ein paar Schritte zu gehen, um uns zu zeigen, wo die nahegelegene Haltestelle ist. Ein Mini-Bus mit dem Schild „French Quarter“ an der Frontscheibe kam schon nach wenigen Minuten. French Quarter wurde uns als ein alternatives Zwischenziel von unserer KI genannt und somit bestiegen wir das schon etwas in die Jahre gekommene Gefährt und nahmen in der ersten der 3 Reihen hinter dem Fahrer Platz. Wir waren die einzigen Fahrgäste.
Die Klimaanlage des Busses blies uns einen eiskalten Wind entgegen. Da sich die Regelung für den Fahrgastbereich dieser Windmaschine direkt über uns befand, drehten wir sie flugs von „High“ zu „Low“. Ui, da wurde der Fahrer aber sehr böse. Schnell stellten wir wieder auf „High“ zurück. Der Fahrer war dennoch skeptisch, ob wir den Ursprungszustand tatsächlich wiederhergestellt hätten und drohte, uns nicht mitnehmen zu wollen.
Nachdem wir hoch und heilig versichert hatten, dass im wahrsten Sinne des Wortes alles in seinem Sinn geregelt sei, fuhr er voller Gnaden los.
Auf dem Weg nach French Quarter stiegen noch einige Leute dazu. Als wir nach gut 7 Kilometer an der Endstation ankamen, versicherte uns der Fahrer, dass von hier auch Busse nach Cul-De Sac fahren würden, dem Ausgangspunkt für unsere kleine Wanderung. Die Fahrt hierher hat 2 US-Dollar pro Person gekostet.
Zwei einheimische Frauen, die dort schon standen, schienen auch auf einen Bus zu warten.
Ich fragte zur Sicherheit, ob hier tatsächlich ein passender Bus vorbeikommen werde. Trotz dieser Zusicherung kam aber kein Bus.
Irgendwann hielt ein PKW an und die Frauen stiegen ein. Wir gingen davon aus , dass es sich im einen Bekannten der Frauen handeln müsse.
Wir freuten uns sehr, als wir dazu gewunken wurden und stiegen ebenfalls ein.
In Cul-De-Sac angekommen wurde uns klar, dass der Transport keine Gefälligkeit des Fahrers war, sondern eine Art Ersatz für den Bus-Mangel an Sonntagen. Den geforderten Preis von 10 US-Dollar für uns beide zahlten wir ohne Murren, denn Preisverhandlungen finden immer nur vor einer Fahrt statt. Wahrscheinlich war mit unserer Zahlung auch der Obolus für die beiden Damen inkludiert.
Über die Rückfahrt zurück nach Philipsburg würden wir uns später Gedanken machen.
Die kleine, aber trotzdem schöne Wanderung im Grandes Cayes Naturschutzgebiet wurde nur deshalb nicht zu einer größeren Wanderung, weil es sehr warm war (über 30 Grad) und wir uns an die Hitze noch nicht gewöhnt hatten.

Ich stehe hier nicht zur Zierde, sondern diene lediglich als Größenvergleich zur
Calotropis gigantea
(Vorsicht: der Planzensaft im Stengel ist giftg!
Als wir wieder zurück an der Stelle waren, wo uns heute Vormittag der PKW-Fahrer herausgelassen hatte, ...
... schmiedeten wir folgenden Plan:
Per Anhalter zurück nach French Quarter und vorn dort mit den hoffentlich noch fahrenden Bussen zurück nach Philipsburg. Soweit die Theorie!
Das Trampen wurde zur Geduldsprobe. Zwar herrschte reger Verkehr, aber es dauerte doch seine Zeit, dass sich ein junges Pärchen erbarmte und uns mutnahm. Leider fuhren sie nicht bis French Quarter, ließen uns nach einigen Kilometern weiter an einer Bushaltestelle raus. Sie waren noch so nett und fragten uns, ob wir auch Wasserdabei hätten. Da wir immer Wasser mithaben, brauchten wir deren freundliches Angebot nicht annehmen.
An der Bushaltestelle herrschte absolute sonntägliche Ruhe. Zwar hielt nach einiger Zeit kein Bus, aber ein Kleinwagen. Der Fahrer bot an, uns für 20 US-$ nach Philipsburg zu fahren. Da dieser Mensch mir irgendwie unsympathisch war, lehnte ich ab.
Neuer Plan: Ein Taxi anhalten, denn ab zu fuhr mal eines vorbei.
Bevor wir den Plan in die Tat umsetzen konnten, stoppte ein Mini-Van. Der Fahrer war uns diesmal nicht unsympathisch, der Preis war der gleiche, nämlich 20 US-$ ...
und so kamen wir wohlbehalten wieder am Hafen an.
Bedenken, dass wir das Schiff verpassen würden, hatten wir zur keiner Zeit, denn die Abfahrt der ARTANIA war erst für 21:00 Uhr vorgesehen, also hatten wir mehrere Stunden Puffer.

Das freie WLAN eines Geschäfts im Hafen reichte bis nach draußen, was sich Leute von der Crew (und einige Passagiere) gerne zu Nutze machten.
20. Reisetag – Montag, 26.01.2026 St. John‘s/Antigua
Seit gestern wurde “betreutes Desinfizieren” eingeführt, d.h, an den Eingängen des Restaurants steht ein Kellner mit einer Sprühflasche Desinfektionsmittel in der Hand. Jeder der dann das Restaurant betritt, ohne sich vorher an dem Desinfektionsautomaten freiwillig die Hände desinfiziert hat, bekommt den persönlichen Extra-Service vom Kellner.

Eigentlich sollte jeder Gast diese gut sichtbaren Desinfektionsspender nutzen, wenn er das Restaurant betritt.
Leider nur reine Theorie. ☹
Grundsätzlich sollte jeder seine Hände desinfizieren, bevor ein Restaurant auf der ARTANAIA betritt.
Darum wird zwar mantraartig ständig gebeten, aber die Ignoranz vieler Gäste ist größer als die Vernunft.
Als Grund für die plötzlich konsequente Überwachung der propagierte Handhygiene wurden die vielen Kreuzfahrtschiffe genannt, die die Karibik derzeit bevölkern. Auf einigen ging in letzter Zeit das Norovirus um, das eine hochansteckende und sehr unangenehme Magen-Darm-Erkrankung verursacht.
Ob das der wahre Grund für die verschärften Maßnahmen ist oder ob direkt auf der ARTANIA irgendetwas im Busch ist, sei dahingestellt. Wir glauben nicht immer alles, was man uns so erzählt.
Dass die Dichte der Kreuzfahrtschiffe in der Karibik besonders hoch ist, stimmt zumindest.
Heute lagen mit uns um Hafen von St. John’s:
- Die AIDAblue mit Platz bis zu 2.500 Passagiere
- Die Ventura von der Reederei P&O Cruises mit bis zu 3.200 Passagiere
- Celebrity Ascent von der Reederei Celebrity mit biszu 3.260 Passagier
- Die Seacloud II, ein 3-Mast-Segler für bis zu 125 Passagiere
- Und last but not least, die ARTANIA mit bis zu 1.200 Passagiere. Zur Zeit sind etwa 850 Gäste an Bord.

Auf geht's zum Landgang. Die Secloud II ist ein Schwesterschiff der Seacloud Spirit, die gestern mit uns in Philipsburg lag.
Eine weitere Warnung zum Schutz der eigenen Gesundheit bezog sich auf die Autobusse für die Phoenix-Ausflüge. Diese seien meist fahrende Kühlschränke, weil die Limaanlage auf voller Tour läuft. Die Leute sollen sich mit Halstuch, Jacke und sonstigen Schutz gegen die kalte Zugluft widmen. Da stelle ich mir allerdings die Frage, wieso der Auftraggeber dieser Ausflüge keinen Einfluss auf die Temperatur in den Bussen haben sollte, Aber diese Frage ist für Doris und mich rein akademisch und theoretisch, da wir in der Regel keine Phoenix-Ausflüge machen.
Aber auch ohne Phoenix-Ausflug im kalten Bus hat sich Doris bereits eine Erkältung eingefangen. Die Symptome sind zwar noch schwach, aber Vorsicht ist auf alle Fälle geboten, Bäume wollten wir heute nicht ausreisen.
Also stand nur ein kleiner Stadtrundgang auf der Tagesordnung.

... und Kreuzfahrermasse war genügend vorhanden.
"Diamonds International" war natürlich an dieser exponierten Stelle ebebfalls präsent.

In der Market Street steht das Denkmal für Sir Vere Cornwall Bird, dem ersten Premierminister von Antigua.
Er wird oft als "Vater der Nation" bezeichnet.
Unterwegs gelang es uns, die einheimische Währung, den Ostkaribischen Dollar einzutauschen. Zwar ist jede Inselgruppe in der Karibik ein eigener Staat, aber zumindest in 8 Ländern ist der Ostkaribische Dollar offizielle Währung, von denen wir noch einige Besuchen werden.
Insbesondere, dass unser Reiseberater, die KI von Google, uns erzählt hat, dass in der Regel in den öffentlichen Bussen zwingend mit der einheimischen Währung bezahlt werden muss.
Aber heute verzichteten wir auf eine Inseltour mit den Öffis. Die Minibusse sind oft voll und man sitzt auf Tuchfühlung und Doris wollte nicht die Leute anstecken. Außerdem sind Klimaanlagen und Erkältungen keine guten Freunde.
Aber aus alter Gewohnheit suchten wir das örtliche Busterminal auf, einfach nur so.
Es dauerte nicht lange, als eine uniformierte Dame uns nach unserem Reisewunsch fragte, um uns mit Rat und Tat und Infos zu informieren. Wir wären gerne zu Nelson’s Dockyard gefahren, ein UNESCO-Weltkulturerbe und restaurierter britischer Marinestützpunkt aus dem 18. Jahrhundert. Sie zeigte uns den Bussteig (die Nr. 17) und beantwortete unsere Frage nach dem Fahrpreis mit 2 US-Dollar. Unsere KI hat uns also bezüglich der Bezahlmöglichkeit schlicht und ergreifend belogen. In Informatik-Fachkreisen wird dies allerdings nicht als Lüge bezeichnet, sondern man spricht davon, dass die KI halluziniert.
Aber egal ob US- oder Ostkaribischer Dollar, etwas Wehmütig verzichteten wir aus den genannten Vernunftgründen auf eine Busfahrt, sondern kehrten zur ARTANIA zurück.
21. Reisetag – Dienstag, 27.01.2026 Basseterre/St. Kitts
Basseterre (franz. Flaches Land) Hauptstadt des englisch geprägten Inselstaats St. Kitts.
Im 18. Jahrhundert stritten sich Franzosen und Engländer im die Insel. Die Franzosen wurden vertrieben, aber der französische Namen der Hauptstadt ist geblieben.
Die Insel hieß anfangs St. Christopher. Der Spitzname von Christopher ist Kit oder Kitt. Die englischen Siedler verkürzten den Namen auf St. Kitt’s, was dann zu St. Kitts ohne Apostroph wurde.
Auch hier war es rund um den Hafen genau so trubelig wie gestern in St. John’s.
Insbesondere die Schmuck- und Parfümgeschäfte warten wieder auf zahlungskräftige Kreuzfahrer.
Der Vormittag war wieder ausgefüllt mit dem schon beinahe obligatorischen Stadtrundgang, geführt und geleitet durch einen Adveture Lab.

Blick aus dem Independance Park auf die Immaculate Conception Co-Cathedral (Co-Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis.
Erwähnenswert ist lediglich der Einkauf von zwei Flaschen lokalem Biers in einem kleinen chinesischen Supermarkt, denn dieser Kauf war Grund für 3 x Freude und Spaß.
- An der Kasse saß ein junger Mann, so um die 15 Jahre. Im Hintergrund saß die Mutter, die aufpasste, dass der Junge auch alles richtig machte.
Als wir den Laden betraten, wurde unser „Hello“ kaum erwidert, Mimik eher uninteressiert und gelangweilt. Auch der Bezahlvorgang war eher unpersönlich. Doris bat um den Kassenbon und dieser wurde auch bereitwillig ausgedruckt. Zur Belohnung“ bekam der Junge von Doris ein Bonbon geschenkt (Werthers Unechte – ein Sahnebonbon, dass dem Original doch sehr ähnelte) mit den Worten: „Sweets from Germany“. Der Junge freute sich und war wie ausgewechselt. Mit einem strahelenden Lachen wünschte uns einen schönen Tag und winkte bei unserem Herausgehen. Doris' kleine Geste hatte diese Verwandlung bewirkt. Dabei ging es nicht um das Bonbon, denn davon gab es im Laden selbst die verschiedensten Sorten zu kaufen, sowohl abgepackt in Beuteln, als auch einzeln erhältlich.
Auf jeden Fall war die Freude des Jungen ansteckend. - Zurück auf dem Schiff werden die Rucksäcke und Taschen durchleuchtet. Als mein Rucksack das Röntgengerät wieder verlassen hatte, rief mir die Dame, die am Kontroll-Monitor saß, lachend zu: „Ah, 2 x Vitamine!“.
- Ein drittes Mal werde ich wohl Freunde empfinden, wenn demnächst die beiden Flaschen der eigentlichen Verwendung zugeführt werden.
22. Reisetag – Mittwoch, 28.01.2026 Basse-Terre/Guadeloupe
Da kann man schon durcheinander kommen. Gestern waren wir in Basseterre/St. Kitts und heute sind wir in Basse-Terre/Guadeloupe. Ich hatte ja geschrieben, dass die Engländer die Franzosen aus St. Kitts vertrieben hatten. Anscheinend habe Sie dann eine Insel weiter (weniger als 200 Kilometer) eine Kolonie gegründet und bei der Namensgebung auf Bewährtes zurückgegriffen und lediglich den Bindestrich als Unterscheidungsmerkmal verwendet. Jedenfalls wurden die Franzosen von dort nicht mehr vertrieben, denn Guadeloupe ist (noch) heute französisches Überseegebiet, gehört zur Europäischen Union (EU), die Währung ist der Euro und für EU-Mobilfunktarife fallen keine Roaminggebühren an.
Um 8:00 Uhr informierte eine Phoenix Reiseleiterin an Landtagen, wenn die ARTANIA am Morgen festgemacht hatte, über Bordlautsprecher über das angelaufene Ziel. Heute allerdings war sie nicht recht „bei Stimme“, sie war furchtbar heißer. Auch Phoenix-Mitarbeiter sind wohl nicht gegen die gefürchtete ARTANIA-Erkältung immun.
Unser heutiger Plan für den Landung war ähnlich wie der gestrige, nämlich ein Stadtrundgang via Adventure Lab. Bierkauf war allerdings für heute nicht vorgesehen.
Die angelaufenen Ziele heute waren:
- Notre Dame de Guadeloupe (eine Kirche)
- Marché de Basse-Terre (ein Markt)
- Lycée Gerville Réache (eine Schule in einem denkmalgeschützten Gebäude)
- Notre Dame du Mont Carmel (noch eine Kirche)
- Le Fort Delgrès (eine historische Festungsanlage).
Bei der Recherche, wer Delgrès, der heutige Namensgeber des Forts, war, ...
... haben wir gelernt, dass Louis Delgrès ein Offizier und Widerstandskämpfer gewesen war, der gegen Napolean kämpfte, der auf Guadeloupe die Sklaverei wieder einführen wollte.
Delgrès hat den Kampf verloren und die Sklaverei konnte 1802 wieder eingeführt werden.

Die erhobene Faust auf dem Fort-Geländes ist ein universelles Symbol für Solidarität, Stärke, Widerstand und den Kampf für Bürgerrechte und Freiheit.
Ich kann nicht verstehen, warum in Frankreich Napoleon, dieser Kriegstreiber und Sklaverei-Befürworter, heute immer noch so hoch verehrt wird.
23. Reisetag – Donnerstag, 29.01.2026 Roseau/Dominica
Anhand der Routenführung aus dem Bordfernsehen, kann man sehr schön sehen, dass die Inseln, die wir abfahren, wie auf einer Perlenkette aufgereiht sind.
Und da Entfernungen zwischen den Inseln nicht sehr groß sind, fährt die ARTANIA nicht direkt von A nach B, ...
... sondern auf einem Rechteck-Kurs mit einer Schleich-Geschwindigkeit von 10 Knoten.
Hier stellt sich die Frage, warum nicht langsamer und dafür den direkten, kurzen Weg? Das liegt daran, dass bei niedriger Geschwindigkeit unterhalb von 10 Knoten die Stabilisatoren unwirksam werden und das Schiff bei der hier in den Gewässern vorherrschenden Dünung schwanken würde und deshalb die Kotztüten wieder auf den Gängen ausgelegt werden müssten.
Des Weiteren sind niedrige Geschwindigkeiten auf Dauer ungesund für die Schiffsmotoren (schlechte Verbrennung des Schiffsdiesel und damit erhöhter Verschleiß). Außerdem arbeiten die Motoren bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht besonders effektiv.
Nachdem wir das geklärt haben, kommen wir zu der Erkältung der Phoenix-Reiseleiterin, die morgens uns um 8:00 Uhr die Informationen über Land und Leute über Bordlautsprecher bekannt gibt. Sie wurde heute früh durch einen männlichen Kollegen vertreten, ein Zeichen, dass ihre Erkältung nicht besser geworden ist.
Doris laboriert zwar auch noch irgendwie mit dieser ARTANIA-Seuche herum, allerdings wehrt sie sich tapfer und der große Durchbruch der Erkältung blieb (bisher) aus.
Deshalb traf sie heute die Entscheidung, dass wir heute mit dem Bus von Roseau nach Portsmouth fahren können.
Anhand dieser beiden Städtenamen sieht man wieder, dass Franzosen und Engländer auch hier um die Vorherrschaft stritten. Hier behielten wohl die Engländer die Oberhand, denn die Amtssprache ist Englisch.
Um an Land zu kommen, musste heute außerplanmäßig getendert werden, da die Ladung eines Containerschiffs nicht rechtzeitig gelöscht werden konnte, und er somit noch den für uns vorgesehene Liegeplatz noch belegt war.
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Kleiner Gag am Rande: Unser Bordfotograf an der Tenderstation unter dem Schild "Fotografieren verboten".
Aber das Tendern ging rasch und ohne Wartezeit vonstatten.
Ausgestattet mit unseren Ostkaribischen Dollars machten wir uns auf den Weg zu einem Platz, wo die Busse abfahren. Ein Busbahnhof war das nun nicht wirklich. Eine handvoll der Minibusse standen herum, ohne irgendwelche Nummern oder Schilder an der Frontscheibe. Aber unser suchender Blick genügte, dass uns einer der Männer, die um die Busse herumstanden, fragte, wohin wir wollten. „To Portsmouth with public bus“. „Public Bus“, um sicher zu sein, dass wir nicht versehentlich ein Taxi oder einen Mini-Van für Ausflugstouren chartern, die hier alle 2 Meter um Fahrgäste buhlen.
Der Mann zeigte uns einen Bus, der bis auf zwei Plätze schon voll war.
Kaum hatten wir uns gesetzt, fuhren wir schon los.
Aber „voll“ ist ein relativer Begriff. Auf der Strecke nach Portsmouth hielt ein junger Mann mit Rasta-Locken per Handzeichen den Bus an und siehe da, in der Reihe wo Doris und ich saßen, passte er noch dazu. Etwas später stoppte eine Frau den Bus erneut. Sie hatte einen Karton mit einem Flachbildschirm-TV dabei, der vor die Füße des Rasta-Manns verstaut wurde. Die Frau wurde weiter hinten im Bus irgendwo dazu gequetscht. Gottlob sind die Röhrenfernsehgeräte ausgestorben, sonst wäre es noch enger geworden.
Als dann von hinten jemand aussteigen wollte, stiegen erst mal fast alle mit aus, denn in dem Minibussen gibt es keinen Mittelgang, wie in einem Reisebus. Nachdem alle, bis auf den Fahrgast, der hier raus wollte, wieder eingestiegen waren, ging die Fahrt weiter. Diese Übung haben wir noch zwei- dreimal unterwegs praktiziert.
Jetzt habe ich ganz vergessen, zu erzählen, was wir überhaupt in Portsmouth wollten.
Dort mündet der Fluss Indian River in das Karibische Meer. Der Fluss erhielt seinen Namen aufgrund der indigenen Kalinago, die früher als Karib-Indianer bezeichnet worden waren und hier lebten.
Indian River Bootsfahrten sind ein Touristenattraktion, nicht nur weil dort einige der Szenen von „Fluch der Karibik“ gedreht wurden. Der Schwerpunkt liegt vielmehr in dem Naturerlebnis. Mangrovenwälder säumen die Ufer. Die Boote, die die Touristen durch dieses Naturidyll fahren, werden gerudert, da Motoren in diesem Naturschutzgebiet verboten sind.
Der Busfahrer ließ uns genau an der Stelle raus, wo man sich ein Boot mieten konnte.
Die Fahrt hierher hat eine gute Stunde gedauert und 10 Ostkaribische Dollar (3,10 €) pro Person gekostet.
Kaum ausgestiegen, wurden wir auch schon von einem Einheimischen, der sich als Eric Spaghetti vorstellte, angesprochen. Es ist wenig verwunderlich, dass er sich für eine Bootsfahrt anbot. Es folgte die übliche Verhandlung über den Preis. Von den ursprünglich geforderten 25 US-Dollar pro Person ging er auf sofort auf 20 Dollar runter, Tourdauer 1 Stunde und schon waren wir uns einig. Wir mussten zuvor noch in einem Touristenbüro eine Art Eintrittskarte für das Naturschutzgebiet kaufen, was noch einmal mit moderaten 45 Ostkaribischen Dollar (ca. 14,00 €) für uns beide zu Buche schlug.
Das Boot hatte den gleichen Namen wie Eric Spaghetti hatte einen üblichen Außenbordmotor. Mit dessen Hilfe durften wir noch ein kleines Stück auf den Indian River fahren.
Er wurde aber schon nach weinigen Minuten Fahrt wieder abgestellt.
Aber statt der Ruder kam nun der 2. Außenborder zum Einsatz, ein Elektromotor, der von einer Autobatterie angetrieben wurde. Eric meinte, er habe in seinem Leben genug gerudert.
Die Fahrt war unbeschreiblich, deswegen lasse ich es auch sein, sie zu beschreiben.
Erwähnenswert ist höchstens, dass wir die Option ausgeschlagen haben, zwischendurch eine kleine Pause in der sogenannten Dschungel Bar zu machen, um dort einen Rum zu trinken.
Nach der wunderschönen ruhigen Fahrt verabschiedeten wir uns von Eric Spaghetti, der uns noch erklärte, wo sich der Bus-Sammelplatz befindet.
Nach 5 Minuten Fußweg erreichten wir den besagten Platz. Auch hier erfolgten Nennung des Ziel und Zuweisung des Busses nach dem gleichen Verfahren wie heute Vormittag. Und auch hier waren wir wieder genau die Passagiere, die noch erforderlich waren, dass der Bus losfuhr.
War die Fahrweise des Fahrers heute Morgen gesittet und besonnen, hatten wir es jetzt mit einem Kamikaze-Fahrer zu tun. Bei dessen Fahrweise verging uns die Lust, uns an der Küstenlandschaft, die wir befuhren, zu erfreuen. Vielleicht hätten wir besser doch reichlich Rum in der Dschungelbar zu uns nehmen sollen, um unsere Sorgen, diese Höllenfahrt heile zu überstehen, zu zerstreuen.
Aber wir kamen tatsächlich unversehrt in Roseau wieder an und hatten, von der Rückfahrt mal abgesehen, wieder einen wunderschönen Tag auf der Habenseite.





















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