08. Blogeintrag 20.03.2026 - 02.04.2026
73. Reisetag – Freitag, 20.03.2026 Seetag
Der vorletzte Seetag dieses Reiseabschnitts Stand im Zeichen des beliebten Stadtfrühschoppens, dem Wiener Kaffeehaus und der Crew Show.
Während das Gros der Passagiere überschwänglich bei Freibier, bayerischen Schmankerln und zünftiger Musik bei bester Stimmung feierte, ...
... der Kapitän leutselig mit den Gästen anstieß, ...
... grübelte diese Getränke-Stewardess anscheinend darüber nach, ob ihre heutige Dienstkleidung nicht unter den Aspekt „kulturelle Aneignung“ fallen könnte. 😊
Das heutige Abendmenü war für uns das persönliche Highlights des Tages. Wir verspeisten eine unserer 3 mitgebrachten Dosen mit hessischer Wurst.
Zuvor musste aber ein Problem gelöst werden. Wie bekomme ich die Dose auf?
Wie bereits beklagt, ist mir mein Schweizer Taschenmesser an Bord abhanden gekommen und da war ein Dosenöffner dran.
Auch die Köche im Lido-Restaurant an der Ausgabetheke konnten nicht weiterhelfen. Zum Glück bekam eine der Restaurantaufsichten, unsere Not mit. Der Supervisor, so die offizielle Bezeichnung für die Restaurantaufsichten, nahm unsere Wurstdose entgegen, fuhr mit dem Lift runter auf Deck 3 in die Küche, wo es anscheinend einen Dosenöffner gab, fuhr wieder hoch auf Deck 8 und brachte uns die geöffnete Dose an den Tisch mit den Worten: “It smells very good!“ (es riecht sehr gut).
Vielen Dank für diesen super Service!
74. Reisetag – Samstag, 21.03.2026 Iquique/Chile
Wie so oft, war auch heute das Laufen im Hafengelände nicht gestattet, ...
... sodass die Passagiere, die keinen Phoenix-Ausflug gebucht hatten und individuell an Land gehen wollten, zum Hafenausgang geshuttlet werden musste. Allerdings hatte der Hafen nur 2 Mini-Busse mit Platz für jeweils 18 Leute spendiert.
Als wir gegen 10:00 Uhr unseren Landgang antreten wollten, gab es schon eine lange Schlange von Leuten, die ebenfalls shutteln wollten.
Meine Schätzung, dass wir erst gegen 11:00 Uhr von hier weg kommen, war zu pessimistisch. Wir mussten nur eine halbe Stunde warten.
Der Bus brachte uns zum Plaza Arturo Prat mit dem markanten Uhrenturm aus dem Jahr 1877.
Doris hatte einen kleinen Stadtrundgang ausgearbeitet, der uns zunächst zum Fischmarkt führte.
Der Fischmarkt zieht nicht nur die Touristen an, sondern auch ...
... unzählige Seelöwen, ...
die darauf warteten, an den Fischabfällen und den unverkauften Restbeständen partizipieren zu können.
Die älteren, dicken Kameraden, lagen ruhig und abwartend im Wasser, ...
... während die jüngeren sich ständig zankten und versuchten, sich gegenseitig zu beißen.
Wir konnten uns gar nicht sattsehen und hielten uns hier bestimmt eine halbe Stunde auf, um die Tiere zu beobachten.
Nur ein paar Schritte weiter befand sich der Nachbau (Maßstab 1:1) der chilenischen Korvette Esmeralda, die im Jahr 1879 während des Salpeterkrieges sank.
Der Segler hatte einen Maschinenantrieb, aber die Großsegel dienten zur Überbrückung großer Strecken, um Kohle zu sparen.

Ich bewundere die Seeleute einst und jetzt, die den Überblick über diesen Wirrwarr der Takelage behalten.
Der nächste Punkt auf unseren Rundgang war die Kathedrale Catedral de la Inmaculada Concepción (Kathedrale der Unbefleckten Empfängnis), die allerdings verschlossen war und wir uns auf den Weg zurück zum Plaza Arturo Prat machten.
Arturo Prat war übrigens der Kapitän der Esmeralda, der bei der Seeschlacht ums Leben kam und in Chile als Held verehrt wird.
Auf unseren Weg lag ein Friseurgeschäft und da bei mir ein Haarschnitt dringend erforderlich war, betraten wir den Laden. Über den Google-Übersetzer konnten wir uns mühelos verständigen. Da bei dieser App auch Spracheingabe möglich ist, erfolgte die Kommunikation unkompliziert und flüssig ohne Text eintippen zu müssen.
Kurzum, ich konnte auf dem edlen goldenen Friseurstuhl Platz nehmen und wurde hervorragend bedient.
Nach einem kurzen Wortaustausch mit seinem Friseurkollegen, der gerade einen Kunden fertig bedient hatte, teilte er mir mit, dass der andere Kunde meine Rechnung begleichen möchte. Weder Doris noch ich begriffen und waren perplex. Also fragten wir den jungen Mann, der meinen Haarschnitt sponsern wollte, nach dem Grund und dass wir sein Angebot eigentlich nicht annehmen könnten. Seine lapidare Antwort war: „Ich möchte, dass Sie Chile in guter Erinnerung behalten.“
Das werden wir, lieber Jose, so hieß der junge Mann.
In einer Wechselstube konnten wir Dollars gegen peruanische Sol eintauschen, sodass wir für die nächsten Häfen gewappnet sind.
Die Rückfahrt mit dem Shuttlebus erfolgte diesmal ohne Wartezeit.
75. Reisetag – Sonntag, 22.03.2026 Seetag
Für den morgigen Tag in Puerto General San Martin, unseren erster Hafen in Peru, hatten wir immer noch keinen Plan.
Es ist so gut wie unmöglich, irgendetwas auf eigene Faust zu unternehmen. Im weiten Umkreis des Hafens ist keinerlei Infrastruktur zu finden. Ein Shuttle zum Hafenausgang wird von der Hafenbehörde nicht angeboten mit der Begründung, dass dort keine Taxis zur Verfügung ständen. Es kann natürlich auch genau umgekehrt sein, dass dort keine Taxen stehen, weil dorthin kein Shuttle fährt und auch das Laufen im Hafengelände dorthin nicht gestattet ist.
Phoenix bietet deshalb neben seinen „normalen“ Ausflügen zu unterschiedlichen Zeiten zusätzlich noch (kostenpflichtigen) Transfers in den ca. 25 Kilometer entfernten Ort Paracas an. Dort hätte man dann 2 ½ Stunden Zeit zur freien Verfügung.
Aber das ist für uns eigentlich keine echte Alternative, denn diese Zeit ist zu kurz, um etwa von Paracas aus mit dem Boot zu den Ballestas-Inseln fahren, die auch als peruanisches Galapagos bezeichnet werden.
Und um einfach „planlos“ herumzulaufen sind 2 Stunden eventuell zu lang.
Da es auf allen Transferfahrten noch freie Plätze gibt, wollen wir uns noch überlegen, ob wir mogen eventuell dann doch den 15:00- Uhr-Transfer nutzen.
76. Reisetag – Montag, 23.03.2026 Puerto General San Martin/Paracas/Peru
Manche Schwierigkeiten lösen sich einfach durch Aussitzen in Luft auf.
Als die ARTANIA gegen 11:00 Uhr vormittags im Hafen General San Martin festmachte, warteten direkt an der Pier ein Taxi und 3 Fahrzeuge für Privattouren auf Kundschaft.
Wir wurden mit einem der Tourenanbieter handelseinig, der uns für 90 US-Dollar für gut 2 Stunden durch das Nationalreservat Paracas fahren wollte.
In einem komfortablen SUV führte die Tour durch eine wüstenähnliche Gegend.
Es handelt es sich dabei um eine sogenannte Küstenwüste, in der die trockenen, rötlich-gelben Wüstenhügel direkt auf den Pazifik treffen.
Auf dieser Tour sollen verschiede “Miradores“ angefahren werden.
Miradores sind nichts anderes als Aussichtspunkte. Wir hatten also eine Landschaftsfahrt vor uns.
Der erste Mirador war der Playa Roja (Roter Strand) und der Ausflug war ganz in unserem Sinn: Landschaft, Natur und wenig Menschen.
Das änderte sich schlagartig, als wird auf das massive Vorkommen von Phoenix-Ausflugsbussen stießen, die ebenfalls die Route der Miradores abfuhren.
Unser Fahrer Roberto schlug deshalb vor, zunächst den letzten Aussichtspunkt anzufahren ...
... und die ausgelassen Stopps auf dem Rückweg nachzuholen.
Wir waren sofort einverstanden.

Hier hat unser Trick geklappt. Als wir ankamen, wurde an diesen 3 Bussen bereits zum Sanmmeln geblasen.
Es gelang allerdings nicht immer einen exklusiven Fotostopp einzulegen und der Armada der Ausflugsbusse (schätzungsweise 5 ‑ 6 Stück) zu entkommen.
Als wir an einem Stopp auf bereits 2 angekommene Busse trafen, hätten wir das sogar zu unserem Vorteil nutzen können. Neben ein paar Verkaufsbuden hab es hier auch ein “Baño”, eine Toilette, deren Nutzung 2 peruanische Soles (ca. 0,70€) pro Person kosteten. Für die Phoenix-Ausflugsteilnehmer war die Pipi-Pause allerding schon im Ausflugspreis inkludiert. Um Missbrauch vorzubeugen, waren zwei Damen strategisch positioniert. Die eine Dame fragte jeden Toilettengänger nach der Busnummer und die andere führte akribisch eine Strichliste, wobei für jeden Bus eine eigene Spalte auf dem Zettel zur Verfügung stand.
Wir verkniffen uns die Erschleichung einer kostenlosen Nutzung trotz Kenntnis der Ausflugsnummern (entweder 4 oder alternativ 9), die ja die Leute vor uns laut und deutlich nannten. Stattdessen zahlten brav unseren Obolus.
Dass Roberto, unser Fahrer, ein unverständliches Englisch sprach, störte kaum. Elementare Sachen, wie die Änderung der Reihenfolge der Stopps, klappten ohne Schwierigkeiten und ansonsten gab es nicht viel zu sagen, sondern nur viel zu sehen.
Und unsere wenigen Fragen, die er beantwortet und wie nicht verstanden hatten, klärten wir per Internet.
So fragten wir ihn, was es mit diesen Steintürmchen auf sich hat ...
... und er gab uns eine lange ausführliche Antwort, von der wir kein Wort verstanden haben. Aber das Internet klärte uns auf:
Diese Steintürmchen, die du im Nationalreservat Paracas gesehen hast, werden allgemein als Apachetas bezeichnet.
Hier sind die Details zu ihrer Bedeutung und Herkunft, basierend auf der Geschichte und Kultur der Region:
- Ursprung: Sie haben ihren Ursprung in der Inkazeit und sind eine uralte Tradition der indigenen Völker in den Anden.
- Bedeutung:
- Wegmarkierungen: Ursprünglich dienten sie als Orientierungshilfe auf Pfaden und Wegen, um Reisenden den Weg zu weisen.
- Spiritueller Zweck: Sie galten als Opfergaben an die Apus (die Götter der Berge) und an die Pachamama (Mutter Erde). Reisende legten einen Stein auf den Stapel, um für eine sichere Reise zu beten und den Göttern zu danken.
- Gedenkstätten: Manchmal wurden sie auch errichtet, um an wichtige Ereignisse oder Personen zu erinnern.
Bedeutung im Nationalreservat Paracas:
Obwohl Paracas an der Küste liegt, wird diese Tradition von Besuchern und Einheimischen fortgeführt. Im Reservat haben die Apachetas oft eine Mischung aus Bedeutungen:
- Touristische Attraktion: Für viele Touristen ist es ein Fotomotiv und ein Symbol für ihre Reise durch die Wüste.
- Symbol der Ehrerbietung: Es gibt jedoch auch immer noch die spirituelle Komponente, bei der Menschen einen Stein stapeln, um ihre Verbindung zur Natur auszudrücken und ihren Respekt vor dem Reservat zu zeigen.
Gut, dass die ursprünglichen Pläne "Wir machen garnix" und "Machen wir halt den Transfer nach Paracas" aus dem Rennen genommen werden konnten und stattdessen ein schöner gelungener Ausflug stattgefunden hat.
Um 20:00 Uhr verließ die ARTANIA den mitten in der Wildnis liegenden Hafen und nahm Kurs auf Callao.
77. Reisetag – Dienstag, 24.03.2026 Callao/Peru
Bevor wir unseren Landgang in Angriff nahmen, war gleich nach dem Frühstück erst einmal Shopping angesagt. Doris hatte sich 2017 in Peru eine Strickjacke (Alpaka laut Verkäuferaussage) zulegt, die sie bis heute oft und gerne getragen hat. Und seit beginnt der Reise erzählt sie davon, wenn möglich sich wieder eine zuzulegen, weil ihre derzeitige, wenn auch nur geringe, Gebrauchsspuren aufweist.
Also nahm sie die erwähnte “alte” Jacke als Muster unter den Arm und fragte an einer der Verkaufsbuden an der Pier, ob sie so eine vorrätig hätten.
Die Bude konnte zwar damit nicht dienen, lotste aber Doris ein paar Verkaufsstände weiter, wo sie auch fündig wurde. Da wir aber weder Geld noch Kreditkarte mit nach draußen genommen hatte, konnten wir die geforderten 25 US-Dollar (ursprünglich 28 $ ) nicht löhnen und ließen die Jacke zurücklegen. Ich eilte derweil in die Kabine, um Dollars zu holen. Als ich zurückkam hatte Doris eine weitere Jacke erstanden, für 20 US-Dollar, die wir jetzt auch bezahlen konnten. Auf Grund der erlangten Kenntnisse über die hiesigen Marktpreise kostete die zurückgelegte Jacke dann auch nur noch 20 Dollar.
Jackenmäßig ist Doris jetzt ganz gut aufgestellt.
Callao liegt ca. 20 Kilometer von der Hauptstadt Lima entfernt und Lima sollte heute unser Ziel werden.
Dazu mussten wir erst einmal mit dem Shuttlebus raus aus dem Hafengelände. Wir waren 2015 schon mal hier, da fuhr der Shuttle genau bis zum Hafenausgang und dort stand Polizei und verbot, sich weiter hier im Viertel zu bewegen. Das Ganze zu unserem eigenen Schutz, da dies eine kriminelle Gegend sei.
Heute fuhr der Shuttle ins Zentrum, das im Gegensatz hierzu als sicher gilt – zumindest tagsüber und solange es nicht dunkel ist.
Dort wo uns der Shuttle rausgelassen hatte, erwartete uns schon ein Heer von Taxifahrern und Tourenanbietern. Deren Angebote lehnten wir aber dankend ab und bestellten uns über die App ein UBER-fahrzeug, das nach wenigen Minuten auch ankam und uns nach Lima in den Stadtteil Miraflores Miraflores ist der bekannteste, modernste Stadtteil von Lima.
Er ist touristische geprägt und besonders für seine spektakuläre Lage auf den 80 – 100 Meter hohen Klippen über dem Pazifik bekannt.
An der Huaca Pucllana Pyramide stiegen wir aus.
Sie wurde etwa zwischen 200 und 700 n. Chr. aus handgefertigten, in der Sonne getrockneten Lehmziegeln (Adobes) errichtet.
Von hier aus begannen wir unseren Stadtrundgang, der uns zunächst durch einige hübsche Parks führte. Etwas Besonderes hat es mit den Parks auf sich.
Dort sind Katzen erwünscht.
Die dort lebenden Katzen werden von der Bevölkerung gefüttert und sind wohlgenährt.
Am Ausgang des Parque Kennedy sprach uns ein Mann vom Serenazgo de Miraflores an.
Der Serenazgo de Miraflores ist der kommunalen Sicherheits- und Ordnungsdienst der Bezirksverwaltung (Municipalidad) von Miraflores. Dieser Herr war speziell für Informationen für Touristen zuständig. Er überreichte uns einen Stadtplan von Miraflores und wollte vor allem ein Selfie mit seinem Smartphone machen, eingerahmt von uns Beiden.
Nachdem das erledigt war erschien aus dem Hintergrund ein junger Mann mit einer kleinen Videokamera und fragte, ob er uns filmen dürfe. Ja, warum nicht. Daraufhin zeigte uns der Herr mit der Tourismo-Kappe auf dem Stadtplan die Sehenwürdigkeiten, während der Videofilmer dies filmisch festhielt. Es ging wohl darum, ein Promotion-Video in Sachen Tourismus zu produzieren. Als Steigerung des Ganzen sollte ich gegenüber dem Tourismo-Kappen-Mann schildern, warum ich Miraflores so toll finde – natürlich auf Englisch. Ich bemühte mich redlich irgendetwas von “beeindruckend” und “Atmosphäre” von mir zu geben.
Ob meine Rede den Tourismus in Lima fördern wird, sei dahingestellt.
Auf unseren Streifzügen gibt es immer wieder schöne Zufallsfunde.
Dieser Springbrunnen am Rande des Kennedy Parks sieht aus wie eine Miniaturausgabe des El Alamein Brunnen in Sydney am Barncleuth Square, der Lieblingsbrunnen von Doris
Und hier das Original, aufgenommen in Sydney am 24.03.2025, also vor exakt einem Jahr. Zufall?
Ein weiterer Zufallsfund; das Barbie-Motorrad.
Der Aufenthalt in Peru wird oft mit einem Besuch der in 2430 Meter hoch gelegenen Ruinenstadt der Inkas, Machu Picchu, verbunden.
Phoenix bot hierzu einen 3-tägigen Überlandausflug für 2.190€ pro Person an. Uns schreckte nicht nur der Preis ab, sondern auch das Reisen in einer größeren Gruppe, die Höhe (Höhenkrankheit) und vor allem die Information, dass sich dort die Leute gegenseitig auf die Füße treten.
Aber hier in dieser Touristeninformation konnten wir Machu Picchu bequem, schnell, gratis und ohne Höhenkrankheit besichtigen und somit erst einmal als erledigt betrachten. 😊
Wie bereits erwähnt befindet sich Miraflores auf einem 80 – 100 Meter über dem Meer gelegenen Plateau.
Den Abstieg zum Meer bewältigten wir über diverse Treppenkonstruktionen.
Am Ufer reihten sich viele kleine Surfschulen und Surfbrettverleiher.
Die hiesigen Wellen waren sicher optimal zum Surfen, aber die Schaumteppiche auf dem Wasser zeugten nicht gerade von einer guten Wasserqualität.
Als Sehenswürdigkeit gilt das auf einer Pier liegenden Nobelrestaurant La Rosa Náutica. Die Architektur vom La Rosa Náutica mit den filigranen Holzwerk, den verzierten Pavillons und dem markanten Rundgebäude am Ende des Stegs erinnert stark an die Piers in britischen Seebäder, wie etwa Brighton oder Blackpool.
Auf dieser Pier faszinierte uns nicht so sehr die Speisekarte der dort beherbergten Restaurants, sondern Vögel mit weißen Schnurrbart, leuchtend rote Schnabel, roten Füßen und gelben Hautlappen an den Schnabelwinkeln, ...
... die Inkaseeschwalben.
Nachdem wir uns sattgesehen hatten drohte der Aufstieg zurück nach Miraflores. Das wäre mit UBER sicherlich bequemer als zu Fuß. Hier stieß der UBER-Service an seine Grenze. Anscheinend ist es für einen PKW weitaus umständlicher, um auf der Straße von oben nach unten zu kommen als für einen Fußgänger über die Treppen und unsere gewünschte Fahrt zu unattraktiv. Die App versprach zwar innerhalb der nächsten 5 Minuten einen Fahrer zu finden, wiederholte aber nach 5 Minuten die Prognose erneut.
Irgendwann brachen wir das Vorhaben ab und machten uns zu Fuß auf den Weg.
Zur Belohnung für den erfolgreichen Aufstieg gönnten wir uns im Parque del Amor einen Drink ...
... und nahmen unser letztes Ziel für heute in Angriff – den Leuchtturm Faro La Marina. Einige Leser werden sich noch daran erinnern, dass wir in Chile in San Antonio noch Probleme hatten, zum dortigen Leuchtturm zu gelangen. Hier war das ganz einfach. Wie mussten nur die Promenade immer weitergehen, ...
... links weit unter uns war das Meer ...
... und rechts neben uns eine schöne Parkanlage.
Nach kurzem Fußmarsch lag vor uns der Leuchtturm.
Zufrieden mit dem heutigen Landgang wollten wir jetzt zurück nach Callao.
Hier oben auf dem Plateau war auch ganz schnell ein Uber-Fahrzeug geordert, dass uns zurück zum Haltepunkt des Shuttlebusses in Callao brachte.
Heute begann ein neuer Reiseabschnitt, der vorletzte dieser Reise, mit dem Titel “Von Peru durch den Panamakanal in die Karibik“.
Ein kleiner Teil der Crew wurde ausgetauscht und ein großer Teil der Passagiere.
78. Reisetag – Mittwoch, 25.03.2026 Callao/Peru
Nur ein wenig in Callao rumlaufen, so sah unser heutiges Landgangskonzept aus.
Kaum waren wir aus dem Hafengelände draußen, versperrte eine Wahlkampfkundgebung die Straße, unbeeindruckt vom Hupen unseres Busses.
Aber dann ging es doch weiter und der der Shuttlebus spuckte uns wie gestern am Plaza San Martin aus.
Unser erster Gang führte uns zu dem riesigen Fort (Fläche etwa 7 Hektar) Fortaleza del Real Felipe, ...
... aber nicht, um den gesamten Komplex zu erkunden oder gar zu umrunden, denn das wären mehr als 1½ Kilometer, sondern nur, ...
... um an einer Ecke des Gemäuers einen Geo-Cache zu heben.
Nachdem das erledigt war, spazierten wir ein wenig am Wasser entlang.
Als der Turm eines U-Boots in Sicht kam, war wieder mal unsere Neugier geweckt.
Das Ziel unserer Neugierde entpuppte sich als ein U-Boot-Museum. Bei dem U-Boot handelt es sich um das BAP Abtao (SS-42), das in den 1950er Jahren in der USA für die peruanische Marine gefertigt wurde und bis 1998 im Dienst war. Es ist seit 2024 als Museum zugänglich.
Im Rahmen einer Führung in einer kleinen Gruppe (7 Leute) gelangten wir durch eine enge Luke über eine Leiter in Innere.
Der maximal zulässige Körperumfang hierbei ist zwangsläufig etwas beschränkt.
Dass wir von den Erklärungen der enagierten Führung nur wenig verstanden haben, weil unser spanischer Wortschatz nur auf sehr sehr wenige Worte beschränkt, hat aber den Eindruck von der Technik dieses U-Boots nicht geschmälert.
Bevor wir wieder zur Shuttlestation zurückkehrten, bummelten wir noch ein wenig durch ein belebtes Viertel mit vielen Lokalen und Restaurants.
Wir bewunderten etliche Graffities, die ja hier in Südamerika sehr verbreitet sind und im Gegensatz zu den deutschen Schierereien an den Wänden echte kleine Kunstwerke sind.
Wieder auf der ARTANIA angekommen, informierte uns der Kreuzfahrtdirektor, dass auf Grund eines Rohrbruchs im Crew-Bereich die gesamte Wasserversorgung im Schiff abgestellt werden musste.
In unserer Kabine kam aus dem Hahn noch ein letzter Rest Wasser, der in den Leitungen verblieben war – genug, um sich die Hände waschen zu können.
Die Spülung der Vakuum-Toilette hingegen war komplett tot.
Nach gut einer Stunde war der Spuk bereits vorbei. Das Wasser lief wieder, und auch Duschen war problemlos möglich. Und ganz wichtig: Die Toilettenspülung funktionierte wieder!
Um 17:15 Uhr fand die obligatorische Rettungsübung statt, mittlerweile die vierte. Dabei spielte es überhaupt keine Rolle, dass wir bereits die Übung bei den drei vorherigen Etappen absolviert hatten, denn so schreibt es die International Maritime Organization (IMO) vor.
Pünktlich um 18:00 Uhr legte die ARTANIA ab, während die Kellner auf den Außendecks großzügig Sekt und O-Saft verteilten.
79. Reisetag – Donnerstag, 26.03.2026 Seetag
Heute fand die Begrüßingsgala statt mit entsprechendem Galadinner. Im Lido gibt an solchen Abenden meist noch ein Zusatzmenue für die, denen auf das Galaessen gar nicht so erpicht sind. Heute war das Spgheatti Cabonara (à la ARTANIA). Dass dabei statt dem üblichen Speck hier Blockwurst verwendet wurde, hat unsere Freude über die willkommene Alternative nicht getrübt.
Im Zusammenhang mit den Galaabenden kommte die die sich immer wieder auf Facebook wiederholenden heftigen Diskussionen über den Dresscode an solchen Abenden. Insbesondere die Garderobe der Herren steht dabei im Fokus. Jacket und Krawatte Pflicht. Im Lido-Selbstbedienungsrestaurant etwas lockerer als in den “richtigen” Restaurants ARTANA und Vier-Jahreszeiten?
Die Meinungen sind hier sehr breit gestreut.
Was ich vermisse (nein nicht wirklich 😊), ist mal eine Diskussion über den Dresscode beim Frühstück im ARTANIA-Restaurant. Schließlich verkehren Doris und ich hier täglich bei der ersten Mahlzeit des Tages.
Jetzt, wo es täglich wärmer wird – schließlich nähern wir uns dem Äquator – wächst die Fraktion der Männer, die in Turnhosen und Badeschlappen ins ARTANIA-Restaurant zum Frühstück kommen. Dabei gehören Schönheit und Eleganz nicht immer zu den Kernkompetenzen von Schenkel, Knie und Wade eines Männerbeins..
Und nackte Füße können den Eindruck durchaus noch toppen.
Leute, wäre das nicht ein Thema, wo ihr Euch in Facebook mal so richtig schön fetzten könntet?
80. Reisetag – Freitag, 27.03.2026 Seetag
Keine Besonderen Vorkommnisse.
81. Reisetag – Samstag, 28.03.2026 Guayaquil/Ecuador
Guayaquil ist der bedeutendster Hafen von Ecuador, liegt aber nicht am Meer, sondern am Fluss Rio Guayas. Der Hafen befindet sich gute 10 Kilometer außerhalb der City von Guayaquil.
Die Hafenbehörde oder wer auch immer hat Shuttlebusse in die City bereitgestellt.
Bis gestern konnte man hierfür Tickets an der Rezeption für 12 €/Person kaufen. Hierzu musste man sich auf eine konkrete Abfahrtszeit festlegen. Wir wählten den 10-Uhr-Bus. Für die Rückfahrt sollte man einen beliebigen Shuttle nutzen können. Einen Fahrplan für die Rückfahrt gab es allerdings nicht, sondern es wurde lapidar informiert: „Regelmäßige Rückfahrten etwa alla 30min – 60min ab 9:45 – 18:45 Uhr.“
Bevor das Schiff zum Landgang freigegeben werden konnte, gab es erst einmal Schwierigkeiten mit der Gangway an der Steuerbordseite.
Wegen Ebbe lag das Schiff so tief, dass die Gangway nicht auf der Pier auflag, sondern ein Stück davor und dazu noch etwas unterhalb.
Um die fehlende Höhe auszugleichen, wurde der Ballasttank auf der Backbordseite gefüllt, sodass sich die ARTANIA etwas schräg legte und somit die Steuerbordseite etwas höher kam.
Als wir kurz vor 10 Uhr das Schiff verließen hatte die einsetzende Flut mittlerweile für normale Verhältnisse auf der Gangway gesorgt.
Doris hatte wieder einen passenden Landgang für uns geplant.
Der Shuttlebus brachte uns direkt zum Parque Seminario.
Hier tummeln sich unzählige Leguane, die von der Parkverwaltung auch gefüttert werden, um so eine Touristenattraktion bieten zu können.
Der Catedral Metropolitana de Guayaquil gleich gegenüber stattet wir einen kurzen Besuch ab, ehe wir uns auf den Weg zur Uferpromenade des Rio Guayas machten.
Obwohl die Promenade sehr gepflegt war, vermissten wir irgendwie den Wohlfühlfaktor.
Ein Lichtblick war allerding der kleine Vergnügungspark mit dem Riesenrad. Das ließen wir uns natürlich nicht nehmen, damit zu fahren.
Uns wurde sogar der Seniorenrabatt eingeräumt, denn auf der Preistafel stand der Satz:
„Tarifa reducida del 50% para personas de la tercera edad y personas con discapacidad.“
Wörtlich übersetzt bedeutet „tercera edat“: "das dritte Alter", eine sehr schöne Umschreibung für Senior oder Rentner. Um zu beweisen, dass wir tatsächlich das 3. Alter bereits erreicht hatten, genügte es, unseren Bordausweiß vorzuzeigen.
Der Preis für uns beide zusammen betrug gerade mal 5 US-Dollar.
Der US-Dollar ist auch die offizielle Währung hier in Ecuador.
Der Höhepunkt des heutigen Landgangs war mit Sicherheit die Seilbahnfahrt über den Rio Rio Guayas, ...
... vorbei an dem historischen Stadtteil Cerro Del Carmen mit seinen bunten Häusern, ...
... und über die City von Guayaquil.
Die Seilbahn ist ein öffentliches Verkehrsmittel mit drei Stationen auf einer Länge von etwas mehr als 4 Kilometern.
Von der Endstation Estación Parque Centenario bis zum Zustieg zum Shuttle am Parque Seminario waren es nur 1,5 Kilometer, was uns bei der Hitze von 35 Grad und einer hohen Luftfeuchtigkeit aber doppelt so weit vorkam.
Als der Shuttlebus ankam, hatten wir nur 20 Minuten zu warten bauchen, während Mitreisende sich bereits weit mehr als einer Stunde die Beine in den Bauch gestanden hatten. Aber es stand ja geschrieben: Alle 30 -60 Minuten.
Zurück auf dem Schiff genehmigte ich mit in der Kabine als aller erstes ein kühles Bier.
Um 20:00 Uhr legte die ARTANIA ab. Morgen wird es wieder einen geruhsamen Seetag geben.
82. Reisetag – Sonntag, 29.03.2026 Seetag
Wie bereits gestern angekündigt, war heute wieder mal ein geruhsamer Seetag.
Zur Äquatortaufe um 11:00 Uhr tauchte Doris kurz in den Trubel ein, um ein paar Fotos zu schießen, aber wie immer, waren die guten Plätze bereits belegt und das von Menschen, die meist einen Kopf größer waren als sie.
Die nachmittägliche Kaffeestunde wurde heute wie folgt aufgepeppt:
Der Kuchen war glücklicherweise einfacher zu fotografieren als heute Vormittag Neptun und Kapitän.
Um 19:07 Uhr war dann tatsächlich der Übergang von der Süd- auf die Nordhalbkugel.
83. Reisetag – Montag, 30.03.2026 Esmeraldas/Equador
Für Ecuador hat die schweizer und die österreichische Regierung aktuell eine Reisewarnung herausgegeben. Das deutsche Auswärtige Amt hat diesbezüglich noch nicht reagiert.
Aber es genügte auch in Blick ins Tagesprogramm und schon war die Lust auf individuelle Unternehmungen verflogen.
Auch ein Blick in die Landgangsinformation war wenig ermutigend:
Also blieb nur die Möglichkeit, mit dem Shuttlebus in den nahegelegenen Stadtteil Las Plams zu fahren, um zu Baden oder einen Strandspaziergang zu machen.
Da wir keine oder nur wenig Information über die Infrastruktur am Strand hatten (Toiletten, Umkleidemöglichkeit, etc.) ...
... entschieden wir uns für einen ausgiebigen Strandspaziergang.
Als die ARTANIA angelegt hatte, wartete schon Polizei und bewaffnetes Militär auf der Pier, um uns zu beschützen.
Die offiziellen Phoenix-Ausflüge wurden von der Polizei eskortiert und auch in den Bussen saß jeweils ein Polizist.
Am Strand das gleiche Bild, Polizei allüberall.
Wir waren noch keine 10 Minuten am Strand losmarschiert, als uns ein motorisierter Polizist aufforderte, nicht weiterzugehen, sondern in die andere Richtung zu laufen.
Die Frage, warum solche Ziele überhaupt angelaufen werden, ist hier durchaus berechtigt.
Aber jetzt noch einige Strandbilder ohne Polizei
Am Nachmittag gegen 16:00 Uhr wurde der Hafen anscheinend für die Bevölkerung geöffnet, damit sie sich die ARTANIA anschauen konnten. Diese Möglichkeit wurde auch reichlich genutzt.
Einige Passagiere verteilten die Schokoladentäfelchen, die es allabendlich als Betthupferl gibt. Besonders begehrt waren die türkisfarbenen Phoenix-Umhängetaschen.
Sobald ein Passagier die Gangway herunterkam, bildete sich dort sofort eine Menschentraube, in Hoffnung etwas ergattern zu können.
Die ganze Sache ist meines Erachtens ein zweischneidiges Schwert. Zum einen freuen sich die Wenigen, die etwas abbekommen haben, aber die anderen, die leer ausgehen sind vielleicht sehr enttäuscht. Außerdem galt hier manchmal das Recht des Stärkeren.
Um 17:00 Uhr war die „Besuchszeit“ wohl abgelaufen, denn ein Großteil der Schaulustigen machten sich wie auf Kommando auf den Rückweg.
Die noch Verbliebenen wurden dann von den Uniformierten durch Gesten aufgefordert, sich auch langsam auf den Weg zu machen.
Die ARTANIA konnte eine halbe Stunde eher als geplant ablegen, nämlich bereits 19:30 Uhr, weil alle Passagiere und Crewmitglieder weit vor dem „Zapfenstreich“ schon zurück an Bord waren.
84. Reisetag – Dienstag, 31.03.2026 Seetag
Der Höhepunkt dieses Reiseabschnitts, die Passage durch den Panama Kanal, wirft seine Schatten voraus. Im heute Abend verteilten Tagesprogramm von morgen (1. April 2026) gibt es interessante Details zur Durchführung der Kanalfahrt.
Erläuterung:
Die Treidelloks sind kleine Lokomotiven, die das Schiff in den engen Schleusen in der Spur halten.
85. Reisetag – Mittwoch, 01.04.2026 Fort Amador/Panama
Wir hatten gerade das Terminalgebäude von Fort Amador verlassen, da ging der auch schon der Ärger los.
Neben der Straße, die vom Terminalgebäude zum Hafenausgang führte, war ein kleines Stück Brachland, von wo man einen besseren Blick auf die Skyline von Panama-City hatte. Kaum befanden wir uns zwei Schritte weg von der asphaltierten Straße bewegt, wollte uns eine Frau, etwa 100 Meter von uns entfernt, zurückpfeifen. Wir gingen davon aus, dass sich eine Hafenangestellte wichtig machen wollte, ignorierten sie und gingen noch ein paar Schritte weiter, um zu fotografieren. Sie kam auf uns zu und forderte uns sehr energisch in Englisch auf, uns 5 Meter zurück auf die Straße zu begeben. Wir fragten nach dem Grund für diese in unseren Augen unsinnige Aufforderung und wollten auch wissen, welche Funktion sie eigentlich ausübt. Von der ID-Karte, die sie um den Hals trug, war nur die Rückseite zu sehen. Wir forderten Sie auf, uns die Karte zu zeigen, was sie kategorisch ablehnte.
Plötzlich wollte sie auch nur noch spanisch verstehen und noch während Doris versuchte via Übersetzungs-App (Deutsch-Spanisch) zu kommunizieren, rief sie über Funk Verstärkung herbei.
Da mussten wir der herbeigeholten uniformierten Übermacht, wahrscheinlich Hafenpolizei, geschlagen geben, da wir keinen gesteigerten Wert auf eine Verhaftung legten.
Den Grund für den Platzverweis kennen wir bis heute nicht, da diesbezüglich keinerlei Schilder oder Hinweistafeln aufgestellt waren.
Knapp 2 Kilometer außerhalb des Hafengeländes befindet sich der Yachthafen mit einigen Geschäften und Restaurants. Aber hier herrschte tote Hose, die meisten Geschäfte waren geschlossen und sollten erst am Nachmittag öffnen. Überhaupt war die Gegend recht langweilig.
Kurz entschlossen ließen wir uns von einem UBER-Fahrzeug in die Altstadt von Panama-Stadt bringen, um dort ein wenig zu bummeln.
Die Guna-Frauen von den zu Panama gehörenden San Blas Inseln sind bekannt für die Herstellung von sogenannten Molas, das sind handgenähte, farbenfrohe Textilien mit geometrischen oder naturbezogenen Motiven.

Von der Altstadt aus konnten wir viel schönere Fotos von der Skyline machen als heute früh in der verbotenen Zone.
Als es um 15:00 Uhr zu regnen und zu gewittern anfing, brachte uns UBER zurück zum Hafen.
Wir waren positiv überrascht, dass unsere Fahrt nicht am Schlagbaum am Eingang des Hafengeländes endete. Doris und ich zeigten unseren Bordausweiß vor (die Shipcard) und der Schlagbaum hob sich und so durfte uns unsere Fahrerin noch die letzten 500 Meter bis „vor die Haustüre“ bringen.
86. Reisetag – Donnerstag, 02.04.2026 Passage Panama Kanal
Bis 3:00 Uhr in der Frühe lagen wir noch in Fort Amador, ehe die Fahrt Richtung Einfahrt zum Panama Kanal losging.
Auf der 82 Kilometer langen Passage gab es viel zu sehen, aber wenig zu erzählen, was sicher anders gewesen wäre, wenn die ARTANIA z. B. ein Schleusentor gerammt hätte. Aber es verlief alles nach Plan und ich beschränke ich mich daher auf eine kurze Erklärung der Passage.
Es gibt 4 wichtige Stationen, wobei die folgende Aufzählung von Süd (Pazifik Seite) nach Nordwest (Atlantik Seite) erfolgt, genau so, wie wir heute gefahren sind.
Da wäre als erstes die Schleuse Miraflores zu nennen.
Ja, die heißt genauso wie der Stadtteil von Lima/Peru, den wir vor ein paar Tagen besucht hatten, aber außer dem Namen gaben beide nichts gemein. Miraflores heißt übersetzt übrigens: „Schau auf die Blumen!“
In dieser Schleuse wurde die ARTANIA in 2 hintereinanderliegenden Schleusenkammern um 16,5 Meter angehoben.
Nur gut 2 Seemeilen dahinter lag die Schleuse Pedro Miguel.
Hier wurde die ARTANIA um weitere 9,5 Meter angehoben. Jetzt befanden wir uns auf einem Niveau von 26 Meter über dem Pazifik und damit auf der Höhe des Gatún Sees.
Der große Gatún See ist der höchste Punkt der Passage. Bis wir zur letzten, der Gatún Schleuse, musste der See auf einer Länge von 50 Kilometer durchfahren werden.
In der Gatún wurde die ARTANIA in 3 Kammern um die die mühsam erklommenen 26 Meter wieder auf Null abgesenkt, womit wir auf dem Niveau des Atlantiks angekommen waren.
Noch eine kleine Episode am Rande.
Beim Schleusen sind die beliebtesten Plätze vorne am Bug, hier gibt es dann kaum noch freie Stellen und alle stehen eng auf eng.
Meist stehe ich deshalb auf Deck 4 backbord oder steuerbord an der Seite oder auch mal am Heck, da ist die Platzsituation unkritisch.
Als ich mich dann doch mal nach vorne weiter oben auf Deck 7 bewegt habe, stand ich natürlich in der 2. Reihe. Aber unerwartet wurde ein Platz frei. Links neben mir stand ein passionierter Videofilmer, der sein Stativ mit Kamera neben sich aufgebaut hatte. Er sprach mich sofort an, dass ich mich bitte von der Kameralinse fernhalten solle, da er die gesamte Schleusung in der Gatún Schleuse im Zeitraffer aufnehmen würde. Ich versprach, mich zu bemühen, obwohl ich seine Bitte als äußerst grenzwertig empfand. Schließlich hält man selbst sein Smartphone beim Fotografieren mal nach oben, nach rechts und durchaus auch nach links, dabei kann man sich bei der Enge durchaus mal in die Quere kommen, was normalerweise auch kein großes Drama ist. Im schlimmsten Fall hat man auch mal kurz das Handy vom Nachbarn vor der Nase
Aber da ich gewiss keinen Eklat produzieren wollte, war ich stets bemüht, dem geäußerten Wunsch zu entsprechen.
Dann passierte es aber doch.
Mein rechter Nachbar fragte mich etwas über die Treidel-Lokomotive, ...
... die in der gegenüberliegenden benachbarten linken Schleusenkammer ein Schiff in der Spur hielt.
Während meiner Antwort zeigte ich automatisch nach links auf besagte Lok, ohne an das Linsenverbot gedacht zu haben. Hui, da bekam ich aber einen Anschiss, ich solle doch aufpassen, ein wenig Rücksicht könne man doch wohl verlangen.
Da konnte ich mich nicht ganz zurückhalten und musste dem Herrn Kultur-und-Dokumentarfilmer sagen, dass …. – aber das gehört nicht hierher.
Es würde mir wirklich leid tun, wenn ich seine Oscar-Nominierung durch meinen Fingerzeig vereitelt haben sollte.
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